Allgemein Vorschau

Gegneranalyse: Atlanta Falcons

Die Green Bay Packers treffen in der Nacht von Sonntag auf Montag zum zweiten Mal in diesem Kalenderjahr auf die Atlanta Falcons (live auf DAZN, Gamepass), dieses Mal eröffnen die beiden Teams das neu gebaute Mercedes Benz Stadium in Atlanta.

Falcons – Bears Woche 1

Die Falcons – letztes Jahr Super-Bowl Team – taten sich im ersten Spiel gegen die Bears erstaunlich schwer. Das Spiel wurde erst im letzten Drive der Partie entschieden und die Bears waren weniger als einen Touchdown entfernt (Endergebnis: 23-17; Team Stats). Die Bears schafften in diesem Spiel über 300 Yards Offense und waren keineswegs heillos überfordert, wie man das gegen einen Super-Bowl-Favoriten hätte erwarten können.

Die Falcons haben ihre „Pflichtaufgabe“ erledigt, nicht mehr und nicht weniger.

Embed from Getty Images

Zunächst zur Offense:

Julio Jones fing die Bälle gewohnt sicher und gegen ihn müssen sich die Packers bei Crossing Routes (mit z.B. Sanu in die Gegenrichtung laufend) etwas ganz Besonderes ausdenken, um nicht unter die Räder zu kommen. Nebenbei hatte er in dem Spiel auch seinen 500. Karriere-Fang. Auch Sanu, Coleman und Gabriel hatten ein ordentliches Spiel.

Allerdings machte die Secondary der Bears den Falcons-Receivern das Leben nicht allzu schwer, verpasste einige Tackles und ließ zu viele Yards after Contact zu – das hat Green Bay gegen Seattle viel, viel besser gemacht.

Das Run Game der Falcons war „stets bemüht“, aber es kamen insgesamt bei 23 Versuchen nur 64 Yards heraus (2.8 AVG). Dennoch darf man einen RB wie Freeman nicht vergessen und deshalb vernachlässigen.

Die O-Line ließ Matt Ryan viel Zeit, seine freien Receiver zu suchen und zu finden.

Matt Ryan hatte kein überragendes Spiel, das brauchte er aber auch nicht, um deutlich besser auszusehen als sein Gegenüber Mike Glennon. Bis Ende des 3.QT war der einzige Unterschied an den QBs auszumachen (Spielstand 13:10 für Falcons); Ryan verhielt sich sehr geschickt bei Blitzes oder Play Action Fakes. Generell ist er einfach besser als Glennon, der sich sacken lässt, nach einem Low Snap hektisch wird und den Football wegwirft, Angst vor dem Pass Rush der Falcons hat und bei der Ballübergabe an die Running Backs jeden wissen lässt, dass ein Laufspielzug kommt.
Außerdem übersieht Glennon teilweise meterweit freistehende Receiver oder wirft so schlecht, dass die Bälle dann unfangbar sind. Der Vergleich zwischen den beiden hinkt also ein wenig und mit Aaron Rodgers als Gegenüber, der jeden kleinsten Fehler gnadenlos ausnutzt, wird es für die Falcons bedeutend schwieriger.

Insbesondere bei einem Play war Ryan überragend: Auf sein hinteres Bein gelehnet, kurz vorm Umfallen, haut er den Ball auf die andere Seite des Feldes auf einen völlig ungedeckten Receiver, der durchläuft zum 80+ Yards Touchdown.

Die Defense

Die Falcons hatten Probleme in der Run Defense, vor allem gegen den 1.68 kleinen Tarik Cohen, den „human joystick“. Das Tacklen wird der Defense gegen den 1.83 großen Montgomery leichter fallen. Aber auch gegen den anderen RB Jordan Howard ließ die Defense einige Yards zu und war einfach nicht energisch genug.

Der Pass Rush der Falcons war ordentlich, an mindestens einem Sack war Glennon aber auch ganz alleine schuld; er sieht die Gegenspieler kommen und bleibt einfach stehen, bis er umgehauen wird. Spätestens im letzten Viertel ließ er dann aber deutlich nach, es ergab sich fast kein Druck mehr auf Glennon, der dann auch bei Blitzes stärker wurde und den freien Mann fand.

Die Secondary der Falcons muss sich gegen die Packers deutlich verbessern. Selbst Glennon fand einige Male, einmal sogar in der Endzone, einen wirklich „vergessenen“ Spieler, der im Umkreis von einigen Yards keinen Gegenspieler hatte.

Zusammenfassung

Wenn die Defense der Falcons so blitzt wie gegen die Bears, werden sie von Rodgers dafür sehr hart bestraft werden, selbst Glennon schaffte es gegen Ende, den freien Receiver zu finden (am Ende: 301 Yards Passing+Rushing für Bears, 372 Falcons) Die Falcons beendeten das Spiel mit dem letztem Spielzug (wenige Sekunden vor Ende, 4th Down and Goal, 6 Punkte vorne) mit einem Sack.

Gegen die Packers muss sich vor allem die Defense der Falcons fangen, die Offense (ähnlich wie bei den Packers) hatte zwar keinen überragenden Tag, allerdings weiß man, dass sie gefährlich ist und fähig, viele Punkte zu erzielen.

Das Spiel ist bei den Buchmachern mit einem over/under von 54 Punkten (beide Teams kombiniert) gelistet, das heißt, man kann darauf wetten, ob insgesamt mehr oder weniger als 54 Punkte fallen. Der over/under-Wert ist dabei natürlich der von den Wettanbietern vermutete Wert der Punktzahlen; sie gehen also von vielen Punkten aus und dominierenden Offenses gegenüber der gegnerischen Defense.

Beitragsbild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2009_Atlanta_Falcons.jpg

LEAVE A RESPONSE

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.