Allgemein Rückschau

Review: Packers besiegen Bengals in Overtime!

27-24 nach Overtime. Was für ein Spiel…

Scoring Summary

1st QuarterCinGB
Cin5:20A.J. Green 10 pass from Andy Dalton (Randy Bullock Kick)70
GB7:14Lance Kendricks 1 pass from Aaron Rodgers (Mason Crosby Kick)77
2nd QuarterCinGB
Cin2:31Giovani Bernard 6 pass from Andy Dalton (Randy Bullock Kick)147
Cin4:40William Jackson 75 interception return (Randy Bullock Kick)217
3rd QuarterCinGB
GB5:06Jordy Nelson 1 pass from Aaron Rodgers (Mason Crosby Kick)2114
4th QuarterCinGB
GB0:17FG Mason Crosby 282117
Cin11:14FG Randy Bullock 462417
GB14:43Jordy Nelson 3 pass from Aaron Rodgers (Mason Crosby Kick)2424
OvertimeCinGB
GB8:38FG Mason Crosby 272427

Vor dem Spiel

Vor dem Spiel gab es in Lambeau Field einige Reaktionen auf die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Drei der Packers-Spieler saßen bei der Nationalhymne auf der Bank (Bennett, King und Kendricks), viele andere verschränkten ihre Arme und einige andere standen da wie immer. Im letzten Team-Meeting am Samstag war besprochen worden, dass jeder das tun solle, womit er sich wohl fühle. Keiner müsse knien, wenn er das nicht wolle, genauso wenig müsse keiner bei der Hymne stehen.

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Die Verletztenliste vor dem Spiel:

Das Spiel war übrigens mit 32 Grad das heißeste in der Geschichte in Lambeau Field.

Der Spielfilm

Highlights auf Youtube.

Erste Hälfte

Die Packers gaben den Ball – wie immer, wenn sie den Coin Toss gewinnen – an die Bengals.

Zur Erinnerung: Cincinnati hatte bis zu diesem Zeitpunkt 9 Punkte durch Field Goals erzielt. Daraufhin hatten sie nach zwei Spielen ihren Offensive Coordinator gefeuert und den QB Coach befördert. Green Bay wusste also nicht wirklich, was sie erwarten würde. Zudem fehlten in der Defense die Starter Mike Daniels, Nick Perry, Davon House und Jake Ryan.

Die Bengals begannen ihren ersten Drive an der 20-Yard Linie mit zwei kurzen Pässen und zwei Läufen über den Rookie Joe Mixon durch die Mitte. Danach war die erste Bewährungsprobe auch schon erreicht: Bei 3.&3 mussten die Bengals beweisen, dass sie sich offensiv verbessert und etwas überlegt hatten (nur 28.6% der 3rd downs konnten bis dahin in ein neues First Down umgewandelt werden, 29. in der NFL). Das gelang mit Mühe und vor allem mit Hilfe von HaHa Clinton-Dix, der bei einem Tackle-Versuch überhaupt nicht gut aussah und seinen Gegenspieler an der First Down Markierung einfach nicht festhalten konnte. Zwei Plays später war es soweit, Andy Dalton feuerte einen Strahl über die Mitte zum ersten Touchdown der Bengals.

Aaron Rodgers konnte im Gegenzug vor allem durch seine Beinarbeit überzeugen, die das ganze Spiel über gefordert war. Ständig in Bewegung und dem gegnerischen Pass Rush ausweichend (seine beiden Tackles in der O-Line waren beide verletzt), suchte er mit dem ersten Pass Jordy Nelson. Der kam zwar nicht an den Ball, holte aber eine Defensive Pass Interference zum neuen First Down.

Der Aufreger in diesem Drive passierte aber erst zwei Spielzüge später: Davante Adams streckte sich nach einem Pass in Richtung Endzone, erreichte diese aber nicht ganz. Der Ball wurde frei, als er auf den Boden fiel und von Cincinnati aufgenommen und bis zu 50-Yard Linie zurückgetragen, wo Aaron Rodgers den Ballträger ins Aus tacklete. Ruling on the field: Fumble. Nach einigen bangen Momenten wurde der Call aber zurückgenommen und festgestellt, dass Adams den Ball erst nach dem Kontakt des Ellbogens mit dem Boden verloren hatte. Rodgers bekam den Ball also zurück an der 1/2-Yard-Linie.

Mit einem wunderbaren Fake von Rodgers, der alle (inklusive mir, sowohl während des Spiels, als auch beim zweiten Mal schauen) einen Run glauben ließ, drehte er sich erst eine gefühlte Ewigkeit später in Richtung der rechten Seite der Endzone, einen Pass Rusher schon vor dem Gesicht und lupfte den Ball zum frei stehenden Lance Kendricks zum Touchdown.

Im folgenden Drive brachten die Bengals wenig zustande und er wurde beim dritten Versuch durch einen Sack vom bärenstarken Josh Jones beendet.

Auch die Packers beendeten ihren eigenen folgenden Drive mit einem Punt.

Es folgte ein langer Drive der Bengals, der am Ende zu einem Touchdown führte, weil die Packers Defense den Receiver Bernard komplett vergessen hatte. auf den Fernsehbildern sah es zunächst aus, als sei das Josh Jones‘ Mann gewesen (auch Tony Romo als TV-Experte der Amerikaner vermutete das), Mike McCarthy verneinte das aber in der PK nach dem Spiel.

Die Packers waren also wieder am Zug. Nach einem kurzen Pass nach außen war es soweit: Aaron Rodgers war eine Interception, aber nicht nur das, sie wurde auch noch zum zweiten Pick-6 in Rodgers Karriere!

Vor der Halbzeit passierte nichts mehr, was das Scoring anging, aber vieles was Rodgers anging: Fünf (!) Mal wurde Rodgers gesacked. Die O-Line mit zwei von fünf Startern weniger konnte dem Druck überhaupt nicht mehr stand halten und da die Receiver nicht schnell genug frei waren, war schlichtweg keine Zeit für Rodgers da.

Zweite Hälfte

Die zweite Hälfte begann deutlich besser für die Packers, mit einem weiten Pass auf Lance Kendricks, der ein paar Tackles brach und viele Yards machte. Kurz vor die Endzone kamen die Packers dann mit zwei Läufen von Montgomery und einem Pass auf Nelson. Nach zwei erfolglosen Runs durch die Mitte (Mike McCarthy-Style) durfte Rodgers nochmal ran, täuschte an, dass er selbst laufen würde und zwang den Back, der Nelson decken sollte, sich auf ihn zu konzentrieren und ihm auf dem Weg in die Endzone entgegen zu kommen. Das nutzte Rodgers für einen kurzen Pass auf den jetzt frei stehenden Nelson zum zweiten Touchdown der Partie.

Danach passierte zunächst wenig, beide Defenses konnten größeren Schaden verhindern, die Bengals verpassten ein Field Goal und die Packers erzielten eins. Auf Seiten der Bengals konnte vor allem Joe Mixon mit einigen First Downs überzeugen. Die sorgten auch für ein langen Field Goal 3:46 vor dem Ende der Begegnung, die Bengals waren also mit 7 Punkten vorne. Der letzte Drive der Packers war gekommen und bei den Packers zeigte sich besonders Allison in überragender Form. Rodgers erwischte die Defense kurz vor der Endzone nochmal mit einem Offside und fand dann in einem unmöglich kleinen Fenster Jordy Nelson zum Touchdown. Damit war klar: Es ging in die Overtime!

Overtime

Die Bengals gewannen den Coin Toss und hatten damit die Chance auf den spielentscheidenden Touchdown, aber ein Lauf für minus zwei Yards und ein Sack von Josh Jones bei 3rd and long sorgte für den Punt. Und Rodgers bestrafte die Bengals gnadenlos: Rodgers erwischte die Bengals erneut, nutzte das Free Play und warf einen 72-Yard Pass auf Allison. Das folgende Field Goal verwandelte Mason Crosby sicher und die Packers holten, zugegebenermaßen wenig triumphal, den Heimsieg.

Packers Sternchen

Josh Jones machte ein überragendes Spiel, 2 Sacks und 11 Tackles (solo) sprechen Bände. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, zeigte seine Klasse und seinen Speed bei Blitzes, in der Secondary und als Linebacker.

Geronimo Allison machte schwierige Catches, konnte definitv überzeugen und lieferte mit 122 Yards Receiving doppelt so viele ab wie der nächstbeste Receiver der Packers, Davante Adams. Außerdem sorgte er mit seinem Catch am Ender der Partie für den Sieg der Packers.

Erwähnenswert: Mason Crosby macht alles. Egal, wie groß der Druck ist, bei ihm sitzt jeder Extrapunkt und jedes Field Goal.

Blake Martinez zeigte, dass die Packers keine Sorgen auf der ILB-Position haben. Mit einem guten Riecher stoppte er einige Runs und erzielte am Ende sieben defensive stops.

Packers Lowlights

Die O-Line der Packers. Die O-Line war dermaßen schlecht, dass man nur hoffen kann, dass sich Bulaga und Bakhtiari so schnell wie möglich erholen. 6 Sacks zugelassen und noch viel öfter Rodgers in schlimme Situationen gebracht. Wenn das so weitergeht, sieht es nicht gut aus. Und Rodgers war sehr oft nicht zufrieden:

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Aaron Rodgers: NOT happy … Quelle: NFL on CBS

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HaHa Clinton-Dix hatte ein furchtbares Spiel, er ließ so viele Tackles aus, wie man es bei ihm kaum glauben konnte.

Und jetzt?

Die Packers dürfen gleich am Donnerstag wieder ran, wie es scheint, hat sich auch noch Ersatz-Tackle Kyle Murphy verletzt. Ob die Packers jetzt den Hausmeister von Lambeau Field aufstellen in der O-Line, oder doch noch irgendjemand finden, muss noch geklärt werden. Gleichzeitig hat sich noch der Long Snapper (!) Brett Goode verletzt und wurde auf Injured Reserve gesetzt. Die Packers haben dafür Taybor Pepper verpflichtet. Außerdem haben sie Offensive Linemen Ulrick John vom PS der Cardinals unter Vertrag genommen. Mal schauen, vielleicht spielt er ja schon am Donnerstag…

Das Thursday Night Game Bears @ Packers wird bei Dazn zu sehen sein und ebenfalls live bei Amazon Prime (auch in Deutschland).

 

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