Offseason 2019

Offseason 2019: „Nicht so Bold“-Predictions

Die Saison ist für uns nun endlich vorüber, deshalb möchte ich euch hier einen kleinen Ausblick darauf geben, was es in der kommenden Offseason zu erwarten gibt und wie wahrscheinlich diejenigen Szenarios sind.

Neuer Coaching Staff: Ein zweiter Hausputz

Schon in der letzten Offseason gab es einen Hausputz bei den Packers. General Manager Ted Thompson wurde „degradiert“ und durch Brian Gutekunst ersetzt, dazu gingen OC und DC und auch im sonstigen Bereich wechselten einige Assistant Coaches. Einziger Fixpunkt: Mike McCarthy. Nun, diese Saison ist McCarthy schon weg, den Fixpunkt wird also Gutekunst bilden, ansonsten könnte sich alles verändern. Nach dem, was wir seit McCarthys Entlassung gesehen haben, ist ein Fortbestand von Joe Philbin als Head Coach sehr unwahrscheinlich, und auch als Offensive Coordinator kann ich ihn mir nur schlecht vorstellen. Dazu wird Ron Zook (Special Teams-Coach) mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit das Boot verlassen.

Die einzige größere Personalfrage, die offen steht, könnte Mike Pettine sein. Er hat mit der Defense so einiges angestellt und wenn er sein Konzept weiter bauen darf, könnte ich mir von ihm einen enormen Schritt im zweiten Jahr vorstellen, das würde jedoch bedeuten, dass der neue Head Coach ihn als Defensive Coordinator behalten möchte – das wiederum würde sehr unwahrscheinlich werden, wenn der neue HC ein Defensive-Coach ist. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Pettine selbst Head Coach wird, da er jedoch schon mehrmals betonte, dass er das gar nicht möchte, weil es da viel zu viele Ablenkungen gibt, und er viel lieber richtigen Football als Defensive Coordinator coachen möchte, ist diese Variante sehr unwahrscheinlich.

Erstmal wird der Staff nicht entlassen, er soll die Chance bekommen, sich mit dem neuen Head Coach über eine Weiterbeschäftigung zu unterhalten. Neben den schon interviewten wie bspw. Chuck Pagano soll man bei den Patriots sowohl bei Offensive Coordinator Josh McDaniels als auch bei Defensive Coordinator Brian Flores um eine Interviewfreigabe gebeten haben.

Einige „Stars“ verlassen Green Bay

Brian Gutekunst scheint mit dem Budget nicht so konservativ umzugehen, wie es Ted Thompson tat, trotzdem können wir davon ausgehen, dass so einige Spieler, die noch in der jüngeren Vergangenheit zu den Stars der Packers zählten, diese Offseason den Roster der Packers verlassen werden. Auslaufende Verträge und schlechte Leistungen in Verbindung mit Verletzungen könnten das Aus bedeuten.

Potentielle Free Agents

Die meisten Spieler werden die Packers wohl wegen ablaufenden Verträgen verlassen. Clay Matthews, Randall Cobb, Mo Wilkerson, Marcedes Lewis, Lance Kendricks, Byron Bell, Davon House Bashaud Breeland, Eddie Pleasant, Ibraheim Campbell, Jake Ryan, Geronimo Allison, Danny Vitale, Lucas Patrick, Justin McCray, Adam Pankey, Kentrell Brice, Reggie Gilbert, Robert Tonyan, Jake Kumerow, Fadol Brown und Kendall Donnerson – all diese Verträge laufen aus.

Während von den jungen Spielern (Robert Tonyan, Jake Kumerow, Kendall Donnerson, Adam Pankey, etc.) vermutlich ein paar Verträge für mindestens ein Jahr bekommen werden (wenn sie denn wollen), könnte es bei vielen anderen schwieriger werden. Clay Matthews wird wohl nur bleiben, wenn er im Vergleich zum letzten Vertrag einen riesigen Paycut hinnimmt, ähnliches gilt für Randall Cobb. Bei Mo Wilkerson und Jake Ryan steht vieles noch in den Sternen. Einzig Bashaud Breeland hat seine Chance genutzt und konnte zukunftswirksam auf sich aufmerksam machen: Es wäre sehr verwunderlich, wenn er nicht wenigstens ein Angebot von den Packers bekommen würde!

Mögliche Entlassungen und Trades

Neben den Kandidaten, die um eine Vertragsverlängerung kämpfen, gibt es natürlich auch so einige Spieler, die mit ihren Leistungen gar nicht überzeugt haben und deshalb möglicherweise von Brian Gutekunst auf die Reise geschickt werden. Das kann entweder per direkter Entlassung sein, oder man lässt sie für Draftpicks zu anderen Teams gehen. Die Leistungen von Spielern wie Josh Jones, Antonio Morrison oder auch Tramon Williams waren zwar auch nicht zu 100% das, was man von ihnen erwartet hat, genauer eingegangen wird aber auf die, die wirklich Capspace frei machen würden:

Ein möglicher Kandidat könnte hier beispielsweise Bryan Bulaga sein. Der Right Tackle der Packers hatte die ganze Saison mit Verletzungsproblemen zu kämpfen und so richtig konstant konnte er auch keine starken Leistungen abliefern. Angeblich hat man ihn in der Offseason um einen Paycut gebeten, dem Bulaga aber nicht zustimmte – aus Alternativlosigkeit mussten die Packers das auch einfach so hinnehmen, mit einer weiteren Offseason vor der Brust könnte für ihn jetzt allerdings Schluss sein.

Ebenso enttäuscht ist nahezu jeder von Tight End Jimmy Graham. Auf stolze 10 Millionen ist sein Dreijahresvertrag dotiert, 6 Millionen davon entfallen als Cap Hit auf die vergangene Saison. 7,3 Millionen Dead Cap bei einer Entlassung wären zwar ein sehr harter Schritt von Brian Gutekunst, unmöglich ist es aber nicht.

Nicht zuletzt ist natürlich auch Nick Perry jemand, auf den man ein Auge haben sollte. Bei Graham waren es 7,3 Millionen Dead Cap – Nick Perry würde sogar 11 Millionen Dead Cap erzeugen, aber dementsprechend viel schlechter waren auch seine Leistungen. Perry schafft es nicht, gesund zu bleiben, und selbst wenn er auf dem Feld stand, waren seine Leistungen nahezu nonexistent. Für ein Durchschnittsgehalt von fast 12 Millionen spielt Perry verdammt schlecht, ob man aber einen Cap Hit für 2019 von 14 Millionen in Kauf nehmen möchte ohne Leistungen zurückzubekommen, halte ich zumindest für fraglich.

Und als letztes gibt es da noch Mason Crosby. Ein Cap Hit von fast 5 Millionen sind extrem viel für einen Kicker, bei in letzter Zeit eher durchschnittlichen Leistungen. Man weiß, dass er in der Kälte in Green Bay kicken kann, das ist aber eigentlich auch das einzige, das ihn neben seinen bisherigen Verdiensten bei den Packers hielt, nachdem er sein Pleitenspiel der Saison absolvierte. Mit einem Dead Cap von etwas mehr als einer Millionen könnte man sich jedoch entscheiden, ihn abzugeben und sich dafür lieber einen jungen und besseren Kicker zu holen und etwas Geld zu sparen.

Agressivere Free Agency-Moves und Trades

Ich hatte es schon angesprochen: Brian Gutekunst ändert das Gesicht der Packers weg von ausschließlich „Draft and Develop“ hin zu einer Franchise, die sich beeindruckende Spieler auch mal von der Free Agency holt. Mit Jimmy Graham hat man da ein bisschen daneben geschossen, trotzdem gibt es auch dieses Jahr wieder so einige Spieler, für die es sich lohnt, ein paar Euro mehr auszugeben und wie in der letzten Offseason wird man sich auch hier so einiges anschauen. Nicht alle hier genannten Spieler werden wirklich in die Free Agency kommen (die meisten werden mit ihren Teams resignen) und natürlich wird man manche Needs auch im Draft angehen, aber ein paar interessante Free Agents sind trotzdem erwähnenswert

Defensiv-Veterans auf dem Markt

Wohl DER Veteran, der die Packers sofort und für längere Zeit um ein riesiges Stück besser machen würde, ist Jadeveon Clowney. Der 3-4-Outside Linebacker der Texans ist ein Top-Spieler auf seiner Position – dementsprechend wird er aber wohl auch bezahlt werden wollen, vermutlich können wir da nicht mithalten. Dafür könnten Spieler wie Demarcus Lawrence (4-3-Defensive End, Cowboys) oder Trey Flower (4-3-Defensive End, Patriots) interessante Kandidaten sein.

Auf der Position des Safeties gibt es mit Earl Thomas (Seahawks), Tyrann Mathieu und Landon Collins (Giants) gleich drei Kandidaten, die sehr wünschenswert wären – ebenso unwahrscheinlich sind sie aber natürlich auch. Mit Spielern wie LaMarcus Joyner gibt es aber auch wahrscheinlichere Spieler auf dem Markt, die uns weiterhelfen würden.

Tackles, Tight Ends und Wide Receiver: Die Offense

Golden Tate ist wohl der namhafteste Wide Receiver, dessen Vertrag derzeit ausläuft. Da die Eagles aber für ihn getradet haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch mit ihm verlängern möchten. Ob die Packers sich überhaupt Veteran-Hilfe für die Wide Receiver-Position holen, wird wohl vorallem von Randall Cobb abhängen.

Selbiges gilt für die Tight Ends: Bleibt Graham, wird wohl kaum noch ein teurer Tight End gesignt. Entscheidet man sich aber, Graham abzugeben, könnte man mit Jared Cook (Raiders) einen Tight End zu den Packers locken, der bereits hier war und von dem man weiß, dass er mit Rodgers funktioniert. Manche bezeichnen ihn als den besten Packers-Tight End unter Rodgers – und eigentlich jeder hält es für einen Fehler, dass man ihn gehen lies.

Auf der Position des Tackles – wieder abhängig von einem Verbleib oder Abgang von Bulaga – dürften Trent Brown (Patriots) und Daryl Williams (Panthers) die interessantesten Optionen sein, auf die Gutekunst ein Auge haben wird.

Bitte bleibt mir fern mit Ideen wie „Rodgers traden und Bridgewater holen“ oder „Lasst uns 20 Millionen für LeVeon bell rauswerfen“ – das wird nicht passieren! Mit Aaron Jones haben wir einen Top-Runningback, zudem haben wir Rodgers grade zum Bestverdiener der NFL gemacht, das wäre ein tötlicher Dead Cap sowie ein Capspace-Overkill, sollte man dazu noch Bell einen riesigen Vertrag geben.

„Gutekunsts Year“

Während Brian Gutekunst im letzten Jahr schon viel umgekrämpelt hat, aber vorallem damit beschäftigt war, Altlasten von Thompson zu beseitigen und ersetzen, ist 2019 sein Jahr. Aus dem letzten Draft hat er ein paar Picks mitgebracht – darunter den First Round Pick der Saints (erwartet nicht, dass er so hoch wird, Stand jetzt ist Pick 25 das beste, was wir kriegen könnten) und jetzt ist seine Zeit, jetzt kann er in den nächsten 1-2 Saisons zeigen, was er kann, und das Team unter Führung von Rodgers zum nächsten Super Bowl managen. Tu es, Gutey!

Packers Germany-Draft Berichte

Und natürlich darf auch ein bisschen Eigenwerbung nicht fehlen. Letzte Saison haben wir schon ein bisschen vor dem Draft informiert, welche Spieler es so gibt und ob sie was für die Packers wären, diese Saison möchten wir (vor allem in meiner Person, Nikxx) euch noch viel mehr in den Scouting-Prozess mit einbinden. Hierfür wollen wir vielleicht etwas mehr im Podcast- und vielleicht sogar im Video-Format arbeiten, ein genaueres Konzept ist derzeit in Arbeit. Wenn ihr Ideen habt, wie wir das umsetzen können, oder auch, wer uns dabei unterstützen könnte, immer her mit den Anregungen! Ob ihr selbst Ahnung habt oder Leute kennt, die ihr für kompetent haltet, ich freue mich immer, wenn ich mich selbst weiterbilden kann, um mit diesem zusätzlichen Wissen euch zu informieren!

Ich hoffe, alle hatten ein schönes Weihnachtsfest, ich wünsche euch einen schönen Jahresabschluss mit hoffentlich einem Sieg für die Packers und euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019, wir haben Großes vor!

#GoPackGo