Allgemein Offseason 2017

Kommentar: Ted Thompson und die Free Agency

Machen wir uns nichts vor: So Jahre wie diese, in denen Ted Thompson vier (!) Spieler außerhalb der eigenen Kabine verpflichtet, die gibt es nicht oft. Aber warum sind wir Packer-Fans eigentlich so unglücklich damit?

Es gibt viele Teams, die in den letzten Jahren nie in die Playoffs gekommen sind. Wir sind seit 2009 jedes Jahr dabei gewesen. Es hat zwar „nur“ einmal für den Super Bowl gereicht. Dennoch sind wir seitdem immer im obersten Drittel der NFL gelandet.

Die sagen wir mal konservative Free-Agency-Politik von Ted Thompson existiert ja schon seit längerem. Er hat seit 2006 nicht mehr vier auswärtige Spieler verpflichtet. Dafür gibt es einen Grund: Den Draft. Die Packers sind ein sogenanntes Draft-and-Develop-Team, das heißt, sie akquirieren ihre Spieler hauptsächlich über den Draft und nicht über die Free Agency oder über Trades. Das versuchen verständlicherweise alle Teams, denn Rookies sind für deutlich weniger Geld zu haben als Veterans. Und wenn sie gut einschlagen, dann helfen sie ihrem Team zumindest mal für vier oder fünf Jahre weiter. Und die Packers sind wirklich gut im Draft. Sie haben die Free Agency nicht nötig. Denn wie schon mehrere NFL-Insider auch dieses Jahr wieder gesagt haben: Free Agency ist die Zeit, in der B-Spieler A+-Verträge erhalten (um im amerikanischen Notensystem zu bleiben). Ted Thompson kann es sich so gut wie immer leisten, Spieler ziehen zu lassen, wenn ihr Rookie-Vertrag ausgelaufen ist. Außer die Free Agents sind wie dieses Jahr Nick Perry unglaublich wichtig für das Team. Dann haben sie die Chance, gutes Geld zu verdienen. Alle anderen, T.J. Lang, JC Tretter, Eddie Lacy oder auch Jared Cook können bei Thompson nicht allzu viel erwarten. Denn er wird sie niemals mit riesigen Verträgen – und vor allem nicht – mit großen garantierten Gehältern verwöhnen.

Die meisten Free Agents, die er verpflichtet sind darüber hinaus Spieler, die von ihren Vereinen gecuttet, also entlassen wurden. Das bedeutet, dass sie nicht gegen die Compensatory Picks (Picks im Draft, die man erhält für Verluste durch abgehende Free Agents) zählen. Einzige Ausnahme dieses Jahr: Martellus Bennett. Alle anderen wurden zuvor von ihren Teams gecuttet oder spielten bereits im Jahr davor für die Packers.

Thompson macht das wirklich geschickt: Es gibt auch dieses Jahr keine Position, die nicht im Draft ausreichend nachbesetzt werden könnte, und bei der man verzweifeln würde. Zunächst einmal die Running Backs: Er hat Ty Montgomery, der mittlerweile ein ausgesprochen guter RB ist (vielleicht nicht vom Kaliber eines LeVeon Bell). Dann hat er Eddie Lacy ziehen lassen, der jetzt bei den Seahawks $5.5 Mio verdient und diese Woche Christine Michael für $800.000 wiederverpflichet. Michael kommt von den Seahawks. Und er ist keine $4.7 Mio schlechter. Bei ihm weiß man auch, woran man ist, wohingegen Lacy eher eine Wundertüte zu sein scheint.

Weiterhin die Cornerbacks: Der Draft ist voll von guten Defensive Backs und die Analysten bei den Packers machen oft einen guten Job. Außerdem kommen Randall und Rollins in ihr zweites Jahr und sie werden dieses Jahr besser sein. Sehr viele Packer-Spieler werden (warum auch immer) im zweiten Jahr in der NFL wirklich gut. Vielleicht klappt das ja mit denen. Und schließlich noch die Verpflichtung von Davon House. Klar, man muss jetzt noch „Speed draften“, aber mit House hat man im Raum der Defensive Backs jetzt deutlich mehr Erfahrung  sitzen als zuvor.

Und zum Schluss noch die Tight Ends: Der Agent von Jared Cook sollte sich einen neuen Job suchen. Die Verhandlungen abzubrechen, war das Dümmste was er tun konnte. Thompson ließ ihn einfach ins Leere laufen, holte Bennett von Patriots ans Telefon und verpflichtete ihn für weniger, als Cook genommen hätte. Viele sagen dabei, er sei der bessere Spieler… Und Bennett war nicht der einzige Neuzugang bei den Tight Ends: Lance Kendricks wurde auch noch geholt und die Offense der Packers wird nächstes Jahr ihre Gegner das Fürchten lehren:

Aaron Rodgers, Jordy Nelson, Davante Adams, Martellus Bennett, Lance Kendricks und die anderen Offensivwaffen der Packers versprechen viele, viele Punkte. Und ein guter Draft verhofft wenig Punkte auf der anderen Seite.

Thompson ist kein GM, der auf Spannung in der Free Agency setzt und diese auch ganz gewiss nicht erzeugt. Der Live-Ticker zur Free Agency muss nicht allzu oft aktualisiert werden ;). Aber er macht ganz gewiss einen guten Job und die Erfolge der letzten Jahre geben ihm Recht. Denn gegen Verletzungen sollte man gewappnet sein, man kann aber bei dieser Verletzungsmisere nicht darauf setzen, dass so viele Vertretungen da sind. Und auch das sollte uns hoffnungsvoll stimmen für die kommende Saison.

Ich werde hoffnungsvoll und mit viel Zuversicht auf die 2017-er Saison schauen und bin mir sicher, dass wir es auch im Jahr 2018 in die Playoffs schaffen.

Was denkt ihr?

[poll id=“6″]

LEAVE A RESPONSE

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere