Allgemein Offseason 2017 Season Preview

Gastbeitrag Teil 2: Secondary – Status Quo, Neuzugänge, alte Bekannte und Ausblick

Der folgende Beitrag ist ein Gastbeitrag von Marco von den „Green Bay Packers – German Fanpage“, einer Fanseite auf Facebook (hier verlinkt), die ich – und fast 2500 andere auch, sehr empfehlenswert finden. Es wird noch ein weiterer Teil, ebenfalls zur Secondary, folgen.
So viel, wie in den letzten Wochen über Damarious Randall geschrieben wurde, so still ist es um Quinten Rollins geworden. Der 2nd Round Pick aus dem Jahr 2015 kam mit Randall zu den Packers.
Shields, Randall, Rollins – klang nach einer guten Truppe und funktionierte 2015 auch gut.
 
Quinten Rollins Rookie Highlights
 
Auch wenn die Ruhe um Rollins fast schon gespenstisch ist, ist er nichts anderes gewohnt seit er zu den Packers kam. Sein Fluch oder Segen: Damarious Randall wurde vor ihm ausgewählt und er
hat die spektakulären Plays. Rollins hingegen macht seinen Job ohne größeres Aufsehen. Die Zahlen seiner Rookie Saison zeigen, dass er konstant seine Leistung gebracht hat (58,1 Passer Rating, kein zugelassener Touchdown, 2 Interceptions) – wenn auch meist gegen die schwächeren Receiver. Rollins war für die 2016er Season fest als Slot Corner eingeplant, denn er hatte gezeigt, dass er die Position beherrscht. Casey Hayward durfte gehen (und legt prompt eine Hammer-Saison hin). Doch statt auf seiner angestammten Position zu spielen, muss Rollins dann plötzlich gegen die Top-Receiver auf den Außenbahnen ran – zu viel für ihn, insbesondere mit den Nachwirkungen einer Hüft-OP und einem
Selbstvertrauen, das gelitten hat. Die Folge ist ein zugelassenes Passer Rating von 133,8, 7 TDs und nur eine abgefangene Interception.
Nun ja, soweit nichts Neues. Gutes erstes Jahr, Verletzungspech im zweiten Jahr, Druck im dritten Jahr – Adams und Randall lassen grüßen. Und doch ist Rollins Situation eine andere. Der First Round Pick bekommt automatisch mehr Chancen, denn er ist nun mal der First Round Pick. Man will bestätigt wissen, dass einen der eigene Instinkt nicht betrogen hat. So hat Randall wie vorher beschrieben seine Snaps in den OTAs als Star/ Slot corner gesehen. Die Outside Positionen waren für House und Gunter
reserviert. Für Rollins blieb nur die Rotation hinter den genannten Spielern, vor allem auf der Slot-Position, aber auch auf den beiden Außenpositionen. Man hat das Gefühl, dass Rollins vergessen wird und dass es derzeit keine Position gibt, auf der er fest eingeplant ist. Nicht zu vergessen, dass mit King ein weiterer fest auf dem perimeter eingeplanter Corner bis dahin noch gar nicht mit dem Team trainiert hatte.
Auch wenn der Druck scheinbar vor allem bei Randall liegt, muss Rollins nun kämpfen, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Für ihn gilt es fit zu werden, im Cornerback Room gut zuzuhören und dann
seine Leistung aus der Rookie-Saison zu toppen. Die Luft für Rollins könnte eng werden, wenn er 2017 nicht seine Leistung bringt.
Anders sieht die Sache bei dem ebenfalls 25 Jahre alten Gunter aus. Er war vergangene Saison wohl der einzige Corner, der einen Schritt nach vorne machen konnte. Durch die Verletzungen bzw. Formschwäche von Shields, Randall und Rollins fand sich Gunter plötzlich in der Position wieder, Größen wie OBJ und Dez Bryant decken zu müssen. Und die Aufgabe erledigte er teilweise mit Bravour und wurde so zum besten Packer-Cornerback der 2016er Season. Zugegebenermaßen gab es auch von ihm schwächere Spiele (Stichwort: Bryan, Jones), aber als unerfahrener Spieler direkt Star-Receiver verteidigen zu müssen ist kein leichter Job. Und dass er Potenzial hat, zeigt ein Loch in der Wand der Packers Katakomben. Denn OBJ konnte nach 56 Yards im Oktober auch im Wild Card Game gegen die Packers letztendlich nur 28 Yards bei 4 Receptions (11 Versuche) für sich verbuchen – ein Verdienst von Gunter.
So ist es der undrafted Free Agent, der mit Aufwind in die 2017 Saison startet. Er wird sich mit King und House um eine Position als Starter im perimeter duellieren. Auch wenn die meisten Gunter eher wenig Chancen ausrechnen, ist es nicht so unwahrscheinlich, dass er als Starter in die Season geht, denn King stößt jetzt erst zum Team und  Davon House stand letzte Saison größtenteils auf dem Abstellgleis und durfte bei den Jaguars nur 4 Spiele starten. Egal, ob als Starter oder als Backup, wir werden Gunter nächste Saison mit Sicherheit oft auf dem Feld sehen.
 Apropos starter:
 
#20 Kevin King
 
Vielleicht noch etwas mehr als bei Damarius Randall, sind die Erwartungen gegenüber unserem ersten Pick im 2017er Draft enorm. Der Mann aus Oakland bringt mit einer Größe von 1,91m und 91kg eine enorme Athletik und Schnelligkeit (40-yd-dash: 4,43s) mit. Doch statt seinen Coaches, Reportern und Zuschauer seine Fähigkeiten auf dem Grün zu zeigen, drückte er bis vor kurzem die Schulbank – der Grund: eine Regel der NFL, die besagt, sofern ein College-Semester noch läuft, müssen die Spieler bis zum Ende daran teilnehmen – das war an der University of Washington der Fall. Der modernen Technik sei Dank, konnte King immerhin via Facetime an Teammeetings teilnehmen und das Playbook durchgehen.
Seit letzter Woche liegen Kings Bücher wohl für längere Zeit irgendwo im Schrank. Dumm nur, dass er nur noch am letzten Minicamp von Dienstag bis Donnerstag teilnehmen konnte, denn die Team Aktivitäten sind nun bis Ende Juli erst einmal eingestellt. Weiter geht es erst am 27. Juli beim Trainings-Camp der Packers. Immerhin hatte King die Gelegenheit seine neuen Kollegen kennenzulernen und die „fundamentals“ zu trainieren.
King wird darauf brennen, endlich richtig mit dem Team zu trainieren, denn er will beweisen, was er kann, will ein Anführer sein. Eine komplette Saison ohne zugelassenen Touchdown (insgesamt nur 1 in den letzten 28 Spielen) trägt mit Sicherheit zu seinem Selbstbewusstsein bei. Glaubt man den Medien, ist ihm ein Platz als Starting Outside Corner so gut wie sicher. Hoffen wir mal, dass der Junge seinen eigenen und den Erwartungen aller Packers Fans gerecht werden kann und sich schnellstmöglich an das Spiel der NFL gewöhnt, denn das Potenzial zu einem No. 1 Corner zu werden hat er allemal!
#27 Josh Jones
Ich muss gestehen, noch etwas mehr als auf Kevin King freue ich mich auf Josh Jones. Zunächst war ich skeptisch, warum genau wir einen Safety in Runde 2 draften, obwohl wir wie oben beschrieben, geile Spieler haben, aber je mehr Tapes ich von ihm sehe, desto begeisterter bin ich. Der Kerl ist nicht nur körperlich mehr als robust (1,85m, 100kg), sondern ist auch sau schnell (40-yd-dash: 4,41s), kann tacklen und liest dazu auch noch das Spiel.
Josh Jones Highlights
So ist es nicht verwunderlich, dass Jones in den OTAs und mini camps so ziemlich auf jeder Position außer Nose Tackle ran durfte. Das ist auch der Grund, weshalb der Kerl in dieser Auflistung der Cornerbacks erwähnt wird. Jones bringt alle Attribute mit als Safety, Linebacker oder Cornerback aufzulaufen. Schafft es Capers, Jones in seinen teilweise komplexen Schemes nett zu verpacken, wird der gegnerische Offense Coordinator seine liebe Müh‘ haben, Jones Spiel zu lesen. Es würde mich nicht
wundern, wenn Jones nach der Regular Season 50 Solo Tackles, mindestens ein Sack und eine Interception auf seinem Konto hat.
Hach ich bin abgeschweift: wenn nicht alles schief geht, wird Jones mit Sicherheit nicht dauerhaft als Cornerback eingesetzt, allerdings wird er aufgrund seiner vielfältigen Skills die ein oder andere (Nickel/Dime) Coverage übernehmen und meistern. Als ein Hyde 2.0 macht er das Spiel der DBs ein Stück weit weniger ausrechenbar und schafft Optionen, die wir vorher nicht hatten (dazu in der Zusammenfassung ein kurzer Exkurs).
So jetzt hätte ich doch alle, oder?
Naja es gibt ja noch 7 weitere CBs im aktuellen Roster der Packers, 6 davon aktuelle oder letztjährige undrafted Free Agents. Vermutlich werden die wenigsten tatsächlich für die Packers spielen. Diejenigen, die es in den Roster schaffen werden zunächst v.a. für die Special Teams auflaufen. Dass es aber auch anders laufen kann haben unsere ehemaligen No. 1 Corner Sam Shields und Tramon Williams eindrucksvoll bewiesen. Auch Gunter nutzt derzeit die Gelegenheit.
Weiter geht es bald mit dem letzten Teil 3.
Hier nochmal der Link zu den German Packer Fans auf Facebook: facebook.com/PackersGermany
Beitragsbild: flickr.com

LEAVE A RESPONSE

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere