Allgemein Kolumnen

London calling….

…. In Wisconsin ging keiner ran.

Letzte Woche war es wieder soweit, Donnerstag gab die NFL die Spielpaarungen für London bekannt.

Auch bei den europäischen Packers Fans war die Spannung groß, sollten doch alle Teams der NFL sich mal in der alten Welt präsentieren. Da die Green Bay Packers bisher noch nicht in London gespielt haben, sollte es doch endlich mal soweit sein, oder? Nein, es kam wieder mal Anders!

Gut so, wie ich persönlich meine. Denn sind wir mal ehrlich, die Spiele selbst in London haben für Football Fans, denen es um den Sport geht nicht wirklich unterhaltungswert. Klar ist die Möglichkeit, sein Lieblingsteam mal live zu sehen ohne direkt 2500 Euro auszugeben, eine wundervolle Sache. Nur sind wir uns einig, die Spiele in London sind für Fans des Sports eher Magerkost als Gourmetmenü. Sportlich sind es meist die schlechtesten Spiele der Saison, mit müden Spielern und daraus resultierenden Turnovern. Von der Explosivität und Energie dieses Spiels bleibt meist nur ein Knallfrosch und eine LED übrig.
Ein Spiel der Packers wäre für uns Fans in Europa bestimmt eine Wahnsinnssache, aber für die Mannschaft eher eine Belastung und auch die Gefahr, ein wichtiges Spiel nur wegen der Promotion zu verlieren, das uns eventuell die Play Offs kostet, wäre es mir nicht wert.

Die Show drumherum, die Party vor und im Stadion, die Werbung durch Cheerleader, Maskottchen und Aktionen, also die Präsentation der NFL sind die Highlights. Merchandise Artikel kaufen, Autogramme abstauben, ein Shirt aus dem Blaster fangen und Leute aus ganz Europa treffen, die sich sonst nur via Internet kennen, sind doch die interessanteren Dinge in London.

Für die Deutsche Community, die sich durch #ranNFL stark vergrößert hat, ist seit einigen Jahren auch der Abend vor dem Spiel ein wichtiger Termin. Im Pride of Paddington, einem Pub in London, trifft sich die Community mit den Moderatoren von #ranNFL und feiert ein wenig (oder auch ein wenig mehr).

Doch auch dieser Termin hat mittlerweile seine Schatten. Waren es die ersten Male noch die üblichen Verdächtigen, die „jeden verdammten Sonntag“ auf Twitter gemeinsam das Spiel verfolgten, sich mit witzigen Bildern, GIFs und manchmal auch kritischen Tweets an der Sendung beteiligten, der Kern der Party, kamen im letzten Jahr immer mehr Menschen dazu, die diesen Abend daDen Job von Timo Werners Mutter thematisieren z.B.). Was dazu führte, dass einige #ranNFLsuechtige die Flucht ergriffen. Das ist halt die Schattenseite des Hypes, das wächst sich aber hoffentlich bald raus.

Ihr merkt, ich bin kein Fan von den London Spielen und auch kein Fan von der Idee, ein Team in London zu installieren. Die Fans in London haben zu NFL Europe Zeiten auch die Monarchs nach ersten Niederlagen wieder fallen gelassen. Und das halb Football Europa jedes 2. Wochenende nach London pilgert, ist auch nicht auszugehen. Die Spiele sind bisher zwar immer ausverkauft gewesen, aber das lag eher an dem Eventcharakter und wird mit einem festen Team eher abnehmen, das wissen auch die Verantwortlichen in der NFL und lassen die Fans mit waagen Aussagen im Ungewissen.
Gleiches gilt auch bei den Statements der NFL zu einem Spiel der NFL in Deutschland. Da wird immer von den wunderbaren Fans in Germany gesprochen, wie sehr die NFL sich über den Hype in Deutschland freut und daß die NFL den deutschen Markt im Auge hat. Was Coach Esume und Icke jedes Mal zu Jubelorgien und großer Hoffnung für ein Spiel der NFL in Deutschland hin reißt. Dabei sagt es nur Eines aus, nämlich dass nichts wirklich sicher ist und dass die NFL da noch gar keine Meinung zu hat.

Naja, sollte doch mal jemand in Wisconsin ans Telefon gehen, werde wohl auch ich nach London pilgern. Aber eher, um mit unseren Freunden der Packers Fans UK und vielen Green Bay Packers Fans aus Deutschland, Europa und vielleicht auch aus den Staaten, ein gutes Wochenende zu verbringen. Ein wenig Merch zu kaufen, die Show genießen und ein paar Bier zu trinken.

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