Allgemein Offseason 2018

Wide Receiver-Battle: EQs großer Vorteil

Die Offseason ist in vollem Gange, es gibt wenig zu berichten und deshalb möchten wir uns hier mal anschauen, was in den Preseason-Games auf uns zukommt. Nach dem Abgang von Jordy Nelson öffnet sich ein Platz im Starting Lineup: Der WR3 ist aktuell unbesetzt.
Je nach Aufstellung könnten natürlich auch nur zwei positionelle Wide Receiver auf dem Feld stehen (bspw. 2 RBs & 1 TE oder 1RB & 2TEs), der Standard in unserer passlastigen Offense ist aber ein 1-1-Set (1 RB & 1 TE).
Davante Adams ist die Nummer 1, das sollte allen klar sein. Randall Cobb ist ansich die Nummer 2, er spielt aber am besten in der Slot-Position (Slot – ein innerer Receiver) – wir suchen also einen zweiten Spieler für Außen.

Starting-Kandidat: Geronimo Allison

Natürlich ist Geronimo Allison, ehemaliger Undrafted Free Agent von 2016, der erste Kandidat auf der Liste. Allison spielt seit zwei Jahren bei den Packers und sollte nicht erst seit dem starken 72 Yards-Catch in der Overtime gegen die Bengals bekannt sein – sein erster Catch war ein 4 Yard Touchdown gegen die Falcons 2016.
Aber: Allison konnte 2017 keinen einzigen Touchdown verbuchen. Die 72 Yards-Bombe von Rodgers abgezogen, bleiben auch nur noch 181 Yards übrig (253 Yards insgesamt). Unter Hundley war er nahezu gar keine Option, so richtig kam er letzte Saison nicht zu Catches.

Trevor Davis, Michael Clark – gewinnt die Spielerfahrung?

Nach Geronimo Allison kommen natürlich die zwei anderen Spieler für den Receiver-Posten in Frage, die schon für die Packers auf dem Feld standen.

Trevor Davis war letzte Saison unser Punt-Returner – und nicht mehr. In der Offense kommt er auf 5 Catches für 70 Yards – 3 davon im letzten Saisonspiel gegen die Lions, als quasi nur noch junge Spieler getestet wurden. In seiner Rookie-Saison 2016 kam er immerhin auf 3 Catches für 24 Yards und einen Touchdown. So richtig beeindrucken kann er als Wide Receiver nicht und auch seine sichere Rolle als Punt-Returner könnte wackeln. Jeff Janis ist zwar weg, dafür haben wir mit Jaire Alexander einen College-erfahrenen Returner gedraftet, das könnte Davis am Ende sogar den Rosterplatz kosten.

Michael Clark wurde erst Ende letzter Saison in den aktiven Kader berufen, bekam aber mit 4 Catches für 41 Yards ähnlich viel ab wie Davis. Clark hat zwar keine Sonderrolle wie Davis als Returner, dafür ist er 3 Jahre jünger und stand nur zwei Spiele auf dem Platz – er könnte also sogar noch ins Practice Squad zurück. Er ist schwer einzuschätzen, aber ich denke, dass man dem Undrafted Free Agent von 2017 vielleicht nochmal eine Chance gibt, sich ein Jahr zu entwickeln. Definitiv ein Auge in den Preseason-Games wert!

Der Alte oder Draft 2017?

Letztes Jahr schon im Kader der Packers waren außerdem Jake Kumerow und DeAngelo Yancey. Der Eine – Jake Kumerow – ging 2015 undrafted zu den Bengals und verbrachte dort zwei Jahre im Practice Squad, bevor er vor der 2017er Saison entlassen wurde. Über das Practice Squad der Patriots kam er zu uns. Viel Practice Squad – und dementsprechend auch schon 26 Jahre alt und sogar älter als Davante Adams. Er wird sich versuchen, aber seine Chancen stehen nicht gut.

Der Andere – DeAngelo Yancey – wurde 2017 in der 5. Runde von den Packers gedraftet und ist somit der einzige gedraftete Spieler, der sich um den 3. WR-Platz streiten wird – von den diesjährigen Rookies abgesehen. Nach einem Jahr Practice Squad könnte er an der Reihe sein, den Schritt nach vorne zu machen. Da er noch nicht in den aktiven Roster berufen wurde, konnte er noch nicht so richtig überzeugen. Hier wird sehr interessant sein, zu sehen, was Yancey in den Preseason-Games zeigen kann.

EQs Draft-Kollegen: Moore und Valdes-Scantling

Im diesjährigen Draft folgten die Packers dem Erfolgsprinzip aus dem letzten Jahr (3 späte Picks für Runningbacks) und nutzten drei spätere Picks für die Position des Wide Receivers.

J’mon Moore führt die Liste an. Der Pick 133 des diesjährigen Drafts war der erste Offense-Player der Packers – und der einzige Receiver, der vor Punter JK Scott zu den Packers kam. Der ehemalige Missouri Tiger dürfte mit 1082 Yards und 10 Touchdowns definitiv einen Grund gegeben haben, wieso er bei den Packers eine Rolle spielen sollte. Weiteres zum Spieler gibt es in den Draft-Analysen.

Auch Marquez Valdes-Scantling kam vor EQ zu unseren Packers. Als Deep-Threat-Ziel könnte er die besten Chancen auf die Nelson-Nachfolge haben: Er lief die schnellste 40y-Dash-Zeit und ein Viertel seiner Catches zu College-Zeiten ergaben über 25 Yards. Doch seine Produktion insgesamt war am schlechtesten: Nur 415 Yards bei 5 Touchdowns stehen auf seiner Liste 2017. Auch hier verweise ich zu weiterem auf die Draft-Analysen.

Equanimeous St. Brown: Der große Favorit?

Der erste deutsche Skill-Position-Touchdown könnte durch St. Brown gefangen werden. 515 Yards und 4 Touchdowns in 2017 sprechen eher dagegen, seine Statistiken sehen hier nicht besser aus als die von Valdes-Scantling. Der Pick aus der 6. Runde des Drafts hatte eine schlechte letzte Saison. Richtig stark war er jedoch 2016: 58 Catches für 961 Yards und 9 Touchdowns – geworfen von? Richtig, DeShone Kizer! Unser neuer Quarterback, der sich mit Brett Hundley um den Backup-Platz im Roster streiten (und sehr wahrscheinlich gewinnen) wird, war der Quarterback, mit dem St.Brown bei Notre Dame richtig Erfolg hatte.

„Packers-Fans, ihr habt keine Ahnung, was ihr mit EQ bekommen werdet. Ich freue mich darauf, eure Reaktionen diese Offseason zu sehen. Ein besonderes Talent“, schreibt Kizer auf Twitter. Ohne Frage, Kizer freut sich, mit seinem früheren Teamkollegen zusammen auflaufen zu können – und hier könnte der große Vorteil liegen, den EQ gegenüber seine Kollegen hat.

In der Preseason spielen vorallem? Richtig, die Backups! Die Trainer wollen sehen, welcher der Spieler das Team auf lange Sicht weiterbringen kann. Wie gerade erwähnt, werden sich wohl Hundley und Kizer einen Kampf um die Vertreterrolle von Rodgers liefern. Während alle anderen Receiver mit den Backups zunächst ihre Zusammenarbeit finden müssen, hatten sowohl Kizer als auch EQ ihre beste Zeit zusammen 2016. EQ war Kizers Go-To-Receiver bei Notre Dame und – sofern er die Chance bekommt – erwarte ich, dass er es auch in der Preseason wieder werden wird. Die beiden Jungs sind gute Freunde, sie haben eine gute Chemie und diese wird vermutlich beiden helfen, einen Rosterspot zu ergattern.

Was bekommt man bei der Kizer-EQ-Kombination?

Ob 79 Yards-Touchdowns wie von Rodgers selbst (siehe Video),  Over-The-Shoulder-TD-Pässe oder spektakuläre Salto-Sprünge in die Endzone – die 2016er Saison-Highlights von St. Brown sind etwas ganz besonderes. Es darf gespannt sein, was davon die beiden uns in der Preseason zeigen können!

Wieso EQ es vielleicht nur ins Practice Squad schafft

Ganz einfache Antwort: Special Teams. Junge Spieler, vorallem bei großer Konkurrenz, können sich super auszeichnen, wenn sie Special Teams-Erfahrung haben. St. Brown hat im College aber keine Special Teams gespielt. Angeblich habe er sich geweigert, genau ist das aber nicht bekannt.
EQ ist schnell, groß und kann gut Routen laufen – eigentlich genau das, was wir suchen. Aber trotz dieser Fakten hat er irgendwie Probleme, sich von seinen Cornerbacks abzusetzen – er schafft es nicht, frei zu werden.
Einen Platz im Practice Squad sollte er meiner Meinung nach definitiv schaffen, alles mehr wäre sehr gut. Zugegeben: Der Titel ist etwas übertrieben, dennoch denke ich, dass EQ sich aufgrund seiner guten Verbindung zu Kizer in den Preseason-Spielen zumindest sehr stark empfehlen kann.

Wir sind gespannt, was die Kämpfe um die Wide Receiver-Spots im Packers-Roster für ein Ergebnis haben werden und wünschen allen viel Erfolg, EQ drücken wir aber natürlich ganz besonders die Daumen.

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