Allgemein Chris Offseason 2019 Rückschau

Wide Receiver ’18 – Rückblick auf die Positionsgruppen

In unserer Rückschau auf die vergangene Saison schauen wir uns die einzelnen Positionsgruppen noch einmal im Detail an. Bisher erschienen sind die Tight Ends.

Dieser Beitrag ist von Chris, der neu im Autoren-Team der Packers Germany dabei ist und ab sofort für packerfans.de schreiben wird.

Angeführt von Star – Receiver Davante Adams sollte die Wide Receiver Gruppe der Packers mit Aaron Rodgers zusammen wieder, wie gewohnt, für Furore und hohe Passing Stats sorgen, nachdem das Passing Game in der Vorsaison doch sehr unter dem Ausfall von Rodgers – und dem damit verbundenen Einsatz von Brett Hundley – gelitten hatte. Verstärkt wurde die Position in der Offseason zukunftsorientiert, indem Gutekunst in seinem ersten Draft mit J’Mon Moore, Marquez Valdes – Scantling und dem deutschen Equanimeous St. Brown gleich drei Late Round Picks in Wide Receiver investierte. Als Folge des Cuts der Packers Legende Jordy Nelson rückte Geronimo Allison im Depth Chart auf und bildete mit Adams und Cobb das Starting Lineup.

Pauschal kann man die Receiver Gruppe der Packers diese Saison nicht bewerten, da die Leistungsunterschiede vergleichsweise doch enorm waren. Deshalb schauen wir uns die individuellen Statistiken mal genauer an.

Als erstes zu nennen ist unbestritten Davante Adams. Der 26 – jährige stellte in Receiving Yards (1386), Receptions (111), sowie Touchdowns (13) jeweils neue Rekorde in seiner NFL – Karriere auf und war der einzige wirklich konstante Passempfänger von Rodgers. Hochverdient wurde er zu seiner zweiten Pro Bowl Teilnahme gewählt und repräsentierte dort die Packers. Adams Präsenz auf dem Feld, aber vor allem in der Red Zone stellten sämtliche Top Cornerbacks vor Probleme. Umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass er wohl in der Division mit drei der besten Defensive Backs der Liga spielt (Darius Slay, Kyle Fuller und Xavier Rhodes). Höchstwahrscheinlich hätte Adams auch den Packers Franchise Reception Rekord gebrochen, den Sterling Sharpe seit 1993 mit 113 Receptions hält, hätte er in Week 17 gespielt.

Für Veteran Randall Cobb stand die Saison 2018 ganz im Zeichen seines „Contract Years“. Nachdem die letzten Jahre für unsere Nummer 18 eher mittelmäßig verliefen, sollte diese Saison wieder eine Leistungssteigerung erfolgen. Genauso vielversprechend startete Cobb in Week 1, in der er den Comeback-Sieg der Packers gegen die Bears mit seinem 75 – Yard Touchdown vollendete. Leider flachte der furiose Start des 28 – jährigen schnell ab, bevor er sich vor Week 4 für einige Wochen verletzte. Insgesamt stand Cobb diese Saison nur neun Mal auf dem Platz und konnte nach dem starken Auftakt kein einziges Spiel mit über 50 Receiving Yards mehr verzeichnen. Cobbs Verbleib in Green Bay steht aktuell in den Sternen. Einerseits deutet beispielsweise das Weinen im Vorfeld des letzten Saisonspiels auf einen Abschied hin, jedoch ist er, wie man auf vielen Social Media Seiten einiger Spieler erkennen kann, ein sehr geschätztes Mitglied des Teams, unter anderem von Aaron Rodgers.

Auch Geronimo Allison startete die Saison im dritten, finalen Jahr seines Rookie Vertrags. Bedauerlicherweise lief auch seine Saison alles andere als nach Plan. Der Receiver spielte sogar nur fünf Mal im Jahr 2018, kann im Gegensatz zu Cobb jedoch deutlich stärkere Statistiken vorweisen. 20 Receptions für 303 Yards, sowie zwei Touchdowns deuteten an, dass der 25 Jahre alte Allison auf jeden Fall Potential hat, als Starter in der NFL zu spielen. Sein stärkstes Play der Saison war der erste Touchdown gegen die Bears, der den Weg zum Comeback Sieg ebnete, bei dem er Star Cornerback Kyle Fuller schlug. Auch über Allisons Zukunft ist noch keine Entscheidung gefallen.

Gut miteinander vergleichen lassen sich die Rookie Saisons von Marquez Valdes -Scantling („MVS“) und Equanimeous St. Brown („EQ“), dem jungen deutschen Receiver. Unbestritten fand sich MVS, der vom College South Florida stammt, am schnellsten mit dem hohen Tempo der NFL zurecht. Auch seine Statistiken spiegeln das wider: 581 Receiving Yards (drittbester Wert des gesamten Teams, nach Adams und Graham) und zwei Touchdowns. Beeindruckend bei ihm war ebenfalls, dass er als einziger Wide Receiver der Packers in allen 16 Spielen einsatzfähig war, was stark für seine Athletik und, damit verbunden, seine Zuverlässigkeit spricht. Sowohl MVS als auch EQ profitierten von den Verletzungen von Cobb und Allison, durch die ihre Einsatzzeiten enorm stiegen. Desweiteren ist beim 24 – jährigen Valdes – Scantling ein hohes Potential für Big Plays aufgefallen, wie beispielsweise sein Touchdown im Auswärtsspiel bei den Rams. Jedoch fehlt ihm noch etwas die Konstanz, da seine Leistungen doch von Spiel zu Spiel sehr schwankend waren.

EQs erste NFL Saison verlief ähnlich. Im Gegensatz zu MVS hatte der Deutsche aber deutlich mehr Schwierigkeiten sich dem hohen NFL Niveau anzupassen, obwohl er von den drei Rookie Receivern wohl die vielversprechendste körperliche Veranlagung und Athletik besitzt. Ungefähr ab der Midseason merkte man, dass St. Brown angekommen war und besonders die Verbindung mit Rodgers immer besser wurde. Insgesamt erreichte er am Ende des Jahres 328 Receiving Yards, was einer ordentlichen Rookie Saison entspricht. In der Redzone muss er noch deutlich gefährlicher werden. Sein bestes Spiel machte EQ in Week 16, in der er 94 Receiving Yards aufweisen konnte.

J’Mon Moore hat – im Kontrast zu den beiden gerade genannten Rookies – in seiner ersten Profi Saison klar enttäuscht, obwohl er sogar eine bzw. zwei Runden früher gedraftet wurde. Der vom College Missouri stammende, 23 Jahre alte Receiver hatte enorme Probleme, die gegnerische Coverage zu schlagen und sich freizulaufen, was man auch an seiner schwachen Statistik von zwei Catches in zwölf Spielen nachempfinden kann. Man muss ihm jedoch lassen, dass er sehr selbstkritisch mit sich umgeht und dem Coaching Staff keine Fehler zuweist, wie man in einem kürzlich veröffentlichten Interview lesen kann. Diese Eigenschaft ist vor allem bei jungen Spielern nicht selbstverständlich. Dennoch ist es sehr fraglich, ob Moore den Roster Cut in der Offseason übersteht.

Der vor Start der Regular Season am meisten gehypte Packers Receiver war Jake Kumerow. Bevor er in der Offseason ins Roster aufgenommen wurde, verbrachte er zwei Jahre in den Practice Squads der Bengals und der Patriots. Während des Training Camps lobte Rodgers Kumerow bereits in einem Interview. Dies bestätigte der 26 – jährige umgehend mit überragenden Leistungen in der Preseason, bevor er sich verletzte und die ersten elf Wochen der Regular Season verpasste. Somit kam er nur auf fünf Einsätze, erreichte aber immerhin 103 Receiving Yards und den ersten Touchdown seiner Karriere. Kumerow ist mit Blick auf die nächste Saison ein sehr spannender Spieler.

Als letztes kann man kurz Trevor Davis ansprechen, der für die Packers zwar als Wide Receiver gelistet ist, jedoch ausschließlich als Return Spezialist für das Special Team fungiert. Leider stand Davis (ebenfalls verletzungsbedingt) in der abgelaufenen Saison nur zwei Mal auf dem Feld. Man hat im Vergleich zu den anderen Returnern der Packers aber umgehend einen Unterschied bemerkt.

Bezüglich der Wide Receiver Position sind in der Offseason einige offene Fragen zu klären. Vor allem auslaufende Verträge und eine dichte Konkurrenzsituation der jungen Spieler sorgen dafür.

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