Allgemein Season 2018 Vorschau

Vorschau Woche 4: Bills @ Packers

Die Vikings-Besieger aus Buffalo rund um Rookie-QB Josh Allen kommen in nach Wisconsin. Sind die Bills besser als die Packers?

Die Buffalo Bills kommen mit Rückenwind (1-2)

Bei den Bills sieht es momentan ähnlich aus wie in vielen Städten mit Rookie-Quarterbacks: Mal läuft es sehr gut, mal gar nicht. Das Spiel gegen die Vikings war ein Beispiel für ersteres. Nach einem schwachen Start mit Peterman, der schon im ersten Saisonspiel für Josh Allen Platz machen musste (3-47 @ Ravens), und einer zweiten Niederlage gegen die Chargers (20-31) zeigte Josh Allen, wieso er den siebten Draftspot wert war, und legte ein verdammt starkes Spiel hin. 15 Completions, fast 200 yards und 3 Touchdowns – zwei selbst erlaufen, einen erworfen – konnte Allen gegen die „Top-Defense“ der Vikings verbuchen.

Das Grauen der ersten Spiele überwunden?

Doch was sagen die Statistiken der letzten Woche aus? Richtig, absolut nichts!
Die Defense bleibt genauso wacklig, wie sie die Wochen davor war, und die Offensive Line der Buffalo Bills bleibt der Horror. Zum Vergleich: Wenn man bei uns nur Backups in der Line aufstellen würde – ich wäre mir nicht sicher, ob ich QB der Packers oder der Bills sein wollen würde. Hinzu kommt, dass die Receiver gegen die Vikings auch so einiges fallen ließen. Allens Pässe hätten 2 weitere Touchdowns und einen 50 yard-Deep Shot mehr verbuchen können, hätten seine Receiver nicht solche Butterfinger gehabt.

Und das größte Problem kommt erst noch: Der Quarterback. Ja, hier stehen sehr viele beeindruckende Statistiken, aber trotzdem ist Josh Allen kein perfekter Quarterback. Letzte Woche spielte er sich in einen Rausch, nahezu alles gelang. Schaut man sich die Woche zuvor an, sieht man eine Completion-Percentage von Allen, die noch schwächer als zu seinen College-Zeiten war, und 2 Interceptions. Dazu spielt er sehr eindimensional und ich denke, ein Pettine kann ihm hier durch die löchrige Offensive Line so viel Druck machen, dass er sich wieder zu vielen schwachen Pässen und Misreads hinreißen lässt. Bei aller Stärke der Rams-Offense: Das Thursday Night Game dieses Spieltags hat klar gezeigt, dass die Vikings-Defense momentan nicht diese „Top-Defense“ ist, die sie letztes Jahr war.

Injury Report

Die Packers haben mit einigen Verletzungen zu kämpfen. So schön die Saison begann, desto krasser geht sie bergab.

Backup-Cornerback Davon House musste operiert werden und wurde auf IR gesetzt, dafür wurde Bashaud Breeland als Ersatz geholt. Seine Leistung könnte schon ab seiner Woche 1 wichtig werden, denn Kevin King ist ebenfalls Questionable für das Spiel gegen die Buffalo. Nachdem King mittwoch gar nicht trainierte, konnte er Donnerstag und Freitag teilweise teilnehmen, wir werden sehen. Außerdem im Defensive Backfield ist immer noch Safety Josh Jones mit seiner Knöchelverletzung Questionable, hier kann man aber vermuten, dass er diese Woche wieder dabei sein könnte.

Ebenfalls sicher Out ist Defensive Lineman Muhammad Wilkerson, der aufgrund einer Knöchelverletzung vermutlich Out for Season ist und nicht mehr für uns spielen wird – zumindest nicht 2018. Hier ist bisher kein Ersatz geholt worden, er steht immer noch im Kader. Die Verletzungen in der Defense werden komplettiert durch OLB Nick Perrys Concussion, von der er immer noch nicht gecleart wurde. Perry trainierte zwar Freitag schon wieder ohne Kontakt, für das Spiel ist er aber Questionable.

In der Offense gibt es zunächst positive Berichte: OT Bryan Bulaga (Rücken) und TE Jimmy Graham (Knie) werden beide gegen die Bills spielen. Unser Quarterback Aaron Rodgers hat auch diese Woche schon Donnerstag mit dem Training begonnen. Er steht zwar noch als Questionable im Report, wird aber vermutlich wieder auflaufen und Berichten zufolge soll seine Verletzung diese Woche schon besser sein.

Relativ sicher fehlt Guard Justin McCray (Schulter). McCarthy sagte relativ klar, dass er mit Byron Bell als Right Guard plane. Randall Cobb steht seit dem Donnerstagstraining ebenfalls auf dem Injury Report, eine Oberschenkelverletzung lies ihn nur teilweise trainieren, es wird vermutet, dass Cobb am Wochenende nicht auflaufen kann. Schade, denn so kann er sein schlechtes Spiel letzte Woche erstmal nicht wieder gut machen.

Was müssen wir machen, um diese Verletzungen abzufedern? In der Defense wird es wohl weiterhin „Next man up“ heißen. Wilkerson wird von Lowry und Adams ersetzt werden, die beide starke Leistungen zeigen, außerdem könnte eventuell noch Looney oder Lancaster aus dem Practice Squad nachrücken. Kevin King wird (wenn er nicht spielt) vom grandiosen Jaire Alexander vertreten, Josh Jackson wird den Nickle-Corner spielen Breeland als Backup reinrotieren. Perrys Verletzung tut sehr weh, weil wir eh nur 4 Outside Linebacker haben, von denen ich Fackrell eher als Hindernis denn als Verstärkung sehe, hier werden Matthews und Gilbert sehr viele Snaps spielen müssen. Außerdem wird Mike Pettine vermutlich viel über Defensive Backs blitzen müssen, falls die Starter Pausen brauchen und um genug Druck zu bringen.

In der Offense rutscht Byron Bell wie schon geschrieben auf die Guard-Position. Wie Cobbs Verletzung abgefangen wird, könnte sehr interessant werden. Möglich ist es, dass EQs Zeit gekommen ist. Er ist der einzige Rookie, der in der Preseason im Slot überzeugen konnte, und so erwarte ich definitiv, dass St.Brown diese Woche zumindest active ist, sollte Cobb ausfallen. Vermutlich wird der fehlende Slot-Receiver aber größtenteils über 21-Aufstellungen (2 Tight Ends, 1 Running Back) abgefangen. Ein Jimmy Graham, der im Slot spielt, und dazu Kendricks oder Lewis, die als typischer Tight End direkt neben der Line auflaufen. Außerdem wäre es eine Option, zumindest in klaren Passing-Downs, beide Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und den „freien“ Platz von Cobb durch einen Tight End zu ersetzen, der sich im Backfield aufstellt und von hinten Byron Bell beim Blocking unterstützt.

Was müssen die Packers tun, um zu gewinnen?

„Endlich wieder Football spielen“ wäre hier wohl eine gute Antwort. In der Offense müssen vorallem die Receiver die Bälle festhalten, die man ihnen zuwirft. Fallen gelassene Bälle, vorallem von Cobb und Adams, haben uns bereits 1,5 Spiele gekostet, das dürfen wir uns nicht mehr erlauben. Um Aaron Rodgers etwas zu entlasten, könnte Aaron Jones etwas mehr Spielzeit bekommen und die Bills-Defense über den Haufen rennen. Byron Bell ist ein deutlich besserer Run- als Pass-Blocker, man würde also auch das OLine-Probleme etwas verringern. Ansonsten sehe ich die Hauptaufgabe in der Offense bei Rodgers, der die starke Linebacker-Gruppe der Bills überlisten muss. Rookie Tremaine Edmunds ist Dreh- und Angelpunkt dieser Defense. Sein LB-Kollege Matt Milano macht entweder richtig gute oder richtig schlechte Spiele, hier muss Rodgers für letzteres sorgen.

Die Defense hat einen schwierigeren Job. „Quarterback Contain“ lautet hier die Aufgabe unserer Outside Linebacker und Blitzer. Die Bills-Offensive Line ist sehr wacklig und das weiß auch Josh Allen, der die Spielintelligenz und Geschwindigkeit hat, Löcher zu finden und schnell mal eben selbst zu laufen. Wenn wir Josh Allen in der Pocket halten und unter Druck setzen können, macht es die Arbeit für alle viel einfacher. Denn Josh Allen trifft in Sachen Passing einige schwache Entscheidungen. Teilweise zwingt er sich zu Würfen, die sehr riskant sind, nur weil er unter Druck steht. Wenn er scramblet und wirft, geht er immer nach rechts, nicht wie Rodgers, der auch im Lauf nach links werfen kann – meistens resultiert das in einem Checkdown-Pass auf einen Runningback oder einen Tight End, der kurz kommt. Außerdem lässt sich klar sagen: Josh Allen arbeitet von rechts nach links. Die kurzen schnellen Pässe gehen immer nach rechts, viele Screens oder Pässe für 5-10 yards. Wirft er tiefere Pässe, gehen die auf die linke Spielfeldseite. Die einzigen tiefen Spielzüge auf die rechte Seite sind eine vom Verteidiger gedropte Interception, ein Scramble mit vielen Yards after Catch und der Touchdown-Pass, bei dem ein Screen angetäuscht wurde, der Vikings-Rookie-Cornerback Mike Hughes nach vorne lockte und den tiefen Receiver für einen 15 yards-Pass und den TD after Catch öffnete. Der einzige kurze Pass nach links war ein Checkdown-Pass auf den Runningback kurz vor Schluss. Das muss sich die Defense zu nutze machen, vorallem die Screen-Plays sind Jaire Alexanders Paradedisziplin. Dazu könnte der möglicherweise genesene Josh Jones auf dieser Spielfeldhälfte mithelfen, während man auf der linken Seite mit Clinton-Dix tief arbeitet.

Wie gehts es aus?

Die Packers-Offense hat etwas zu beweisen. Und Josh Allen wird ein schwaches Spiel machen. Das führt zu zwei Touchdowns der Offense der Bills, dazu gestehe ich ihnen zwei Field Goals zu, die von zwei Turnovern durch Allen komplettiert werden. Unsere Offense wird richtig aufdrehen, es wird richtig Touchdowns hageln. Meine „Bold Prediction“ aus dem dieswöchigen PackersTalk besagt: Zwei Touchdowns Jimmy Graham, zwei Touchdowns Aaron Jones. Dazu zwei Field Goals. Macht einen Endstand von 34:20. -Nik

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