Allgemein Season 2018 Vorschau

Vorschau auf Woche 2: Vikings @ Packers

Am Sonntagabend (19 Uhr, live bei Pro7Maxx) treffen die Vikings auf die Packers. Das Duell ist durchaus mit einiger Energie aufgeladen: Im letzten Aufeinandertreffen zwischen den Packers (mit Rodgers) und den Vikings verletzte sich Aaron Rodgers so stark an der Schulter, dass die Saison für Green Bay mangels Alternativen quasi gelaufen war.

Die Causa Rodgers und weitere Verletzungsfälle

In das Duell in Woche 2 wird Aaron Rodgers auch diesmal nicht ohne Blessuren gehen: Im ersten Saisonspiel gegen die Chicago Bears verletzte er sich am Knie – dennoch spielte er in der zweiten Halbzeit auf einem Bein die Defense der Bears gegen die Wand und sagte direkt im Postgame Interview nach dem Spiel, dass er auf jeden Fall gegen Minnesota spielen werde. Doch schon in der PK nach dem Spiel schwächte er sein Statement etwas ab und auch Coach McCarthy spricht von einer Entscheidung, die von Tag zu Tag getroffen werden müsse. An seinen Aussagen änderte er auch am Freitag (trainingsfrei bei den Packers) nichts: Die Entscheidung werde nicht vor Samstag getroffen werden. Gleiches gilt für Receiver Davante Adams (Schulter) und Linebacker Oren Burks (Schulter), wobei man bei Adams eher zuversichtlich zu sein scheint, während an Stelle von Oren Burks vermutlich noch einmal der neu geholte Linebacker Antonio Morrison ran darf.

Die meisten Beobachter gehen aber davon aus, dass Rodgers spielen wird. Das Spiel dürfte eins der wichtigsten Packers-Spiele diese Saison sein, kämpfen doch die Vikings und Packers um den ersten Platz (und damit den einzig sicheren Playoff-Platz) in der NFC North. Die Bears sind dieses Jahr zwar auf einem guten Weg, was insbesondere die erste Halbzeit gegen die Packers gezeigt hat, wahrscheinlich noch nicht bereit für den ganz großen Angriff auf die Krone im Norden. Die Detroit Lions auf der anderen Seite müssen sich diese Saison wohl entweder mit dem letzten oder vorletzten Platz in der NFC North begnügen und die Vorstellung in Woche 1 gegen die Jets und Rookie QB Sam Darnold hat sie nicht besonders gut aussehen lassen.

Vorausblick auf die Offense

Was können wir von den Packers in einem extrem wichtigen Spiel gegen einen Divisionsrivalen erwarten? Einiges. Ein Aaron Rodgers, der trotz Verletzung, bis über (!) die Haarspitzen motiviert ist, ist immer für einige Touchdowns gut. Und das wird er nach dem Spiel letztes Jahr definitiv sein.

Die Offense der Packers dürfte ähnlich wie im Spiel gegen die Bears in der zweiten Halbzeit aussehen: Aaron Rodgers muss beschützt werden und er wird mit seinem angeschlagenen Knie nicht den Ball 10 Sekunden in der Hand halten und übers ganze Feld jagen wollen. Demzufolge können wir also wieder von vielen kurzen Screen Pässen auf Adams, Cobb und Allison ausgehen. Aber bei Rodgers kann man auch immer sicher sein, dass das ein oder andere „lange Brot“ dabei sein wird. Wir werden also vermutlich genau die Offense sehen, die den Bears den Zahn gezogen hat und im letzten Viertel noch drei Touchdowns aufs Feld gezaubert hat. Da RB Aaron Jones immer noch gesperrt ist, gehe ich davon aus, dass Ty Montgomery als Dual Threat (Waffe als Passempfänger und mobiler Running Back) einige Snaps sehen wird und sich das Backfield mit Power Runner Jamaal Williams teilen wird, der wohl wieder die Mitte des Feldes bearbeiten wird, um die Linebacker in die Box (nahe der Line of Scrimmage) ziehen wird, wodurch sich freie Räume für die Receiver ergeben könnten.

Gegen die Vikings könnte das gut funktionieren: Einem dominanten Pass Rush gepaart mit einer der besten Secondarys (wenn nicht der besten) der NFL zieht man am besten mit schnellen, kurzen Pässen und einem dynamischen Laufspiel den Zahn. Gegen die Vikings dürfte man auch einen Spieler mehr sehen, der gegen die Bears fast untergetaucht ist: TE Jimmy Graham. Warum? Gegen die Bears wurde er fast immer gedoppelt, teilweise liefen sie sogar zu dritt neben ihm her, er wurde von den Bears als eine der größten Gefahren ausgemacht. Die Reaktion der Packers? Herausragende Performances der drei Receiver Adams, Cobb und Allison. Kurz: Die Waffen der Packers im Passing Game sind vielzählig und gefährlich. Alle werden die Vikings nicht in den Griff bekommen. Hier gilt es, klug zu spielen und die Lücken in der Defense der Vikings auszunutzen – die werden nicht allzu vielzählig und groß sein.

Und die Defense?

Was können wir denn von der Defense aus Green Bay erwarten? Die Frage lässt sich nicht so klar beantworten wie die Frage nach den Stilmitteln der Offense. Der neue Defensive Coordinator Mike Pettine erklärte die Performance im ersten Saisonspiel so: In der ersten Halbzeit wollte er seine Spieler nicht mit unnötig komplizierten Ansagen verwirren und verunsichern: Er ließ einfache Konzepte und viel Man Coverage (in der Preseason wird das oft gespielt und „vanilla defense“ genannt) spielen. Gegen die ausgetüftelten ersten 15 Spielzüge der Bears, die von Bears Coach Nagy wahrscheinlich die ganze Offseason entwickelt wurden, reichte das nicht aus und die Packers fingen sich zu Recht 17 Punkte zur Halbzeit (wobei 7 davon durch den Pick-6 von DeShone Kizer kamen) einhandelte. Als Nagy aber sein Playbook quasi „leergespielt“ hatte und er von QB Mitchell Trubisky und seiner Offense ein paar kompliziertere Spielzüge erwartete, kamen in der gesamten zweiten Halbzeit nur noch sechs Punkte zustande. Die Packers Defense hatte sich in der Halbzeit entsprechend darauf eingestellt und kam gut vorbereitet aus der Pause, etwas, dass man in Green Bay seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Auch wenn es das ganze Spiel über große Tackling Probleme gab, konnte die junge Secondary doch am Ende überzeugen und war maßgeblich am Comeback beteiligt.

Von Mike Pettine und der Defense können wir im Spiel gegen die Vikings einiges mehr erwarten: Die Vikings gehen mit bekanntem Scheme (trotz neuem Quarterback), bekanntem Personal und bekanntem Coach in die Saison. Die Receiver-Waffen in Adam Thielen, Stefon Diggs und TE Kyle Rudolph sind bekannt (und gefürchtet). Auch der unglaublich dynamische Running Back Dalvin Cook spielt nicht seine erste Saison für die Vikings. In Woche zwei kann man zwar darauf hoffen, dass sich Quarterback und Receiver noch nicht vollständig eingespielt haben, gegen San Francisco sah das im ersten Saisonspiel aber durchaus stabil aus. Die Packers Defense wird die Offense der Vikings nicht ganz in Schach halten können, dafür ist die Qualität auf den einzelnen Positionen zu hoch. Das muss sie mit Aaron Rodgers im Angriffsmodus aber auch nicht. Aus Dom-Capers-Zeiten bin ich persönlich von folgendem Ausdruck zwar abgeschreckt, gegen die Vikings wird aber genau das zählen: „bend-but-don’t-break“, dehnen, ohne zu brechen. Also dann zumachen, wenn es gilt.

Sollte die Defense hier halten und endlich ordentlich tacklen, sehe ich gute Chancen, die Vikings unter 20 Punkten zu halten. Das könnte trotz der klasse Defense für Rodgers und die Offense reichen. Was allerdings fest steht: Es wird alles andere als ein Spaziergang.

Zu unserem PreGame Podcast kommt ihr übrigens hier.

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