Allgemein

Vorschau auf den NFL Combine

Was ist der NFL Scouting Combine?

Kurz vorweg: Der Combine, oder eigentlich das „National Invitational Camp“, ist eine Art Schau-Laufen der Top-Draft-Prospects. Hier werden die besten College-Spieler, die sich für den Draft angemeldet haben, eingeladen, um komplett vermessen zu werden, sich und ihre Körper den Teams zu präsentieren und mit besonders guten Leistungen in verschiedenen Disziplinen wie bspw. dem 40-Yard-Sprint die Teams von sich zu überzeugen. Neben dem 40-Yard-Sprint gibt es noch Bankdrücken (ca. 100kg), Hoch- und Weitsprung (aus dem Stand), einen 3-Pylonen-Drill, einen Shuttle-Run sowie diverse positionsspezifische Übungen.

Neben den öffentlich bekannten Daten wird noch der „Wonderlic-Test“ durchgeführt, die Ergebnisse dieses Intelligenztests werden – auch wenn es immer wieder Leaks der Testergebnisse gibt – nur den Teams zur Verfügung gestellt.
Außerdem gibt es für die Teams noch die Möglichkeit, Interviews mit den Spielern zu führen und diese persönlich besser kennenzulernen.

Der Combine geht am 27.02. los und beginnt mit den oben angesprochenen allgemeinen Disziplinen. Die positionsspezifischen Drills beginnen am 02.03. und teilen sich auf die folgenden Tage auf:
Freitag, 02.03. – Runningbacks, Offensive Liner, Kicker, Special Teamer
Samstag, 03.03. – Quarterbacks, Wide Receiver, Tight Ends
Sonntag, 04.03. – Defensive Liner, Linebacker
Montag, 05.03. – Defensive Backs

Im folgenden werden wir euch die Spieler, die als Packersfan für den Draft interessant sein könnten, nach Tagen und Positionen der spezifischen Drills aufgeteilt vorstellen. Natürlich sollte man auch im allgemeinen Bereich des Combines auf diese Spieler schauen.

Freitag, 02.03.

Runningbacks

Für uns eher nicht relevant, da wir auf der Runningback-Position sehr gut aufgestellt sind. In den späten Runden sind viele schon weg, aber genauso viele möglicherweise noch da, hier ist es schwer, genaue Empfehlungen zu geben. Wen es interessiert, der kann hier aber mal die Augen auf Saquon Barkley richten, von ihm wird eine beeindruckende Performance erwartet – er ist bei vielen Experten nicht ohne Grund in den Top5 der MockDrafts, wenn nicht sogar der Nummer1-Pick. (Nikxx)

Offensive Liner

Wir brauchen mehr Tiefe in der O-Line. Die erste Riege in unserer O-Line ist gut, aber dahinter mangelt es gravierend an Qualität. Unter den O-Linern im Combine sticht ein Spieler stark heraus: Guard Quenton Nelson (Notre Dame). Meiner Meinung nach ist er der beste Spieler (positionsbereinigt) in der diesjährigen Klasse, und auch Draft-Guru Mike Mayock sieht ihn gemeinsam mit Runningback Saquon Barkley als den stärksten Spieler dieses Jahr an. Neben Nelson sollte man sich (ebenfalls aus Notre Dame) OT Mike McGlinchey und Isaiah Wynn (Georgia) anschauen. Center brauchen wir dank der Verlängerung von Corey Linsley keinen, hier wären James Daniels und Billy Price die vielverprechendsten Talente. (Max)

Kicker & Special Teamer

Mit Mason Crosby haben wir eigentlich einen soliden Kicker. Da Long Snapper Brett Goode Free Agent wird, könnte man möglicherweise mal den Longsnapper Carew Tanner im Auge behalten, da er aber auch keine Konkurrenz im Combine hat, wird das wohl eher langweilig, außerdem haben wir mit Taybor Pepper und Zach Triner schon zwei junge Long Snapper im Roster. Da zu Vogel auch der verletzte Punter Jacob Schum wieder zurückkehrt, haben wir auch hier eher keinen Bedarf. (Nikxx)

Samstag, 03.03.

Quarterbacks

Wie auch bei den Runningbacks haben wir hier keinen Need bei den Top-QBs. Mit Rodgers haben wir einen klaren Starter und ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dieses Jahr schon einen Nachfolger für Rodgers draften. Allgemein interessant werden die Werte von Josh Allen und Baker Mayfield sein, da diese beiden Quarterbacks in den aktuellen MockDrafts immer noch am heißesten diskutiert werden. Lamar Jackson muss sich ebenfalls beweisen und ich denke, dass er vorallem im 40-Yard-Sprint eine Quarterback-Bestmarke setzen wird. Bei Josh Rosen und Sam Darnold geht es eigentlich nur noch darum, ihr Standing zu bestätigen. (Nikxx)

Wide Receiver

Wir haben zwar ein paar Speed-Probeme, trotzdem werden wir mit aktuell drei teuer bezahlten Wide Receivern wahrscheinlich keinen Top-Pick auf dieser Position verwenden. Hier ist zu empfehlen, diverse WR-Spieler mal im 40-Yard-Sprint zu beobachten. Spieler, die hier enorme Werte erzielen, aber aus sonstigen Gründen im Draft fallen, könnten in den späteren Runden für uns durchaus relevant werden. (Nikxx)

Tight Ends

In diesem Jahr ist die Tight End Class bei weitem nicht so stark wie im letzten Jahr, als mit O.J Howard, Evan Engram und David Njoku drei Tight Ends in der ersten Runde gedraftet wurden. Ich sehe in diesem Jahrgang absolut keinen Tight End, der genug Potenzial hätte, in der ersten Runde gedraftet zu werden. Am interessantesten für die Packers wäre wahrscheinlich Hayden Hurst, ein potenzieller 2nd Round Pick. Ihn würde ich auf jeden Fall beobachten. Auch Namen wie Mark Andrews oder Dallas Goedert sollte man sich merken, wenn man davon ausgeht, dass die Packers einen Tight End in den ersten drei Runden draften. Troy Fumagalli, der Fan-Liebling aus Wisconsin, ist ab der 4. Runde eine Option, was auch an seinem schwachen Blocking liegt. Ich erwarte, dass die Packers mindestens einen Tight End im Draft holen, auch weil Bennett und Kendricks, die beide letztes Jahr als Free Agents verpflichtet wurden, enttäuscht haben. (Felix)

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Sonntag, 04.03.

Defensive Liner & Linebacker

Hier wird es sehr interessant. Da wir eine 3-4-Defense spielen, lassen sich diese zwei Kategorien bei uns nicht unbedingt voneinander trennen. Einer unserer größten Needs für diesen Draft liegt bei den Edge Rushern, genauer also Defensive Ends und Outside Linebacker. Da wir 3-4 spielen, brauchen wir entweder Spieler, die einen 3-4-OLB gespielt haben, oder 4-3-Defensive Ends, die atheletisch und variabel genug sind, um bei uns als Linebacker zu spielen und auch mal den ein oder anderen Receiver zu covern. Das bedeutet, dass wir pure 4-3-Defensive Ends wie Bradley Chubb, Sam Hubbard (Hubbard ist als möglicher 3-4-OLB gelistet, ich persönlich empfinde ihn aber zu langsam und zu schwach in der Coverage) oder Duke Ejiofor trotz starken Leistungen eher links liegen lassen können.

Sehr interessant werden die Top-Edge Rusher Marcus Davenport und Arden Key sein, beide potentielle First Round-Picks, die auch durchaus an 14 schon eine Option sind. Ebenfalls zu diesen Top-Spielern zählt Harold Landry aus Boston, er wird im Combine vermutlich auch sehr gute Leistungen abliefern, hier empfehle ich zur Bewertung aber definitiv, das ein oder andere Gametape anzuschauen. (vs. Clemson!)

Für die späteren Runden (2-4) empfehle ich Lorenzo Carter aus Georgia. Er hat z.B. in seinem Spiel gegen Notre Dame grandiose Leistungen gezeigt, dafür hatte er aber auch Spiele, wo er nahezu keinen Einfluss hatte. Hier wird interessant sein, was alles in ihm steckt und was man aus ihm machen könnte. Da er bei Georgia nahezu nur 3-4-OLB gespielt hat, ist er auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Mehrere Experten haben auch den Nose Tackle Vita Vea bei den Packers gesehen. Während ich selbst wenig Verwendung für Vea sehe, ist er definitiv ein grandioser Athlet und wird interessant zu beobachten sein.

Wenn an 14 noch verfügbar, sollte man bei den Packers außerdem auch über die beiden 4-3-OLB/3-4-ILB Tremaine Edmunds und Roquan Smith nachdenken – beiden werden auch im Combine bestimmt interessant sein. (Nikxx)

Montag, 05.03.

Defensive Backs

Mikah Fitzpatrick. Beim Combine werden (wie z.B. in der O-Line) ganze Positionsgruppen zusammengefasst, die Cornerbacks und Safeties eben zu den DBs. Und Fitzpatrick repräsentiert die ganze Gruppe, er ist der Allrounder und könnte wohl auf allen Positionen spielen. Außerdem kann man noch ein Auge auf Joshua Jackson, Denzel Ward, Donte Jackson und Mike Hughes werfen.Embed from Getty Images

Cornerback ist eine der komplexesten Positionen im Football. Die Eingewöhnung an die NFL dauert seine Zeit und die Spieler müssen besonders auf der CB-Position eine hohe (Spiel-)Intelligenz mitbringen. Diese können wir als externe Beobachter aber nicht evaluieren, das machen die Teams in den persönlichen Interviews mit den Prospects. Wir können nur das einschätzen, was wir sehen: Die physischen Fähigkeiten. Das gilt übrigens nicht nur für die Cornerbacks! Besonders gespannt bin ich bei den Speed-Positionen (WR, DBs) auf die 40-Yard Zeit und bei den Cornerbacks auch auf die Kraft, denn in der NFL werden sie eine Menge „Press Coverage“ spielen müssen, die sie vom College nicht kennen. Und wenn sie nicht genug Kraft haben, lacht der NFL-Receiver sie jedes Mal aus und geht locker an ihnen vorbei auf die Reise zum „langen Brot“… (Max)

Genauere Analysen, welche Positionen wohl Verstärkungen im Draft benötigen, könnt ihr in Nikxx‘ Recap 2017: Offense bzw. Defense lesen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Combine und werden natürlich auch im Nachhinein (spätestens in unseren Draft-Analysen) genauer darauf eingehen, was wir besonderes beeindruckend fanden oder welcher Spieler uns sehr überzeugt hat.

Bis dahin

#GoPackGo

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