Allgemein Offseason 2018 Training Camp

Trainingscamp 2018: 5 Trainings absolviert

Die ersten Infos zum Trainingscamp der Packers 2018 gab es vor dem ersten Training. Nun ist das 5. Training (das 3. in Pads) vorüber, heute Abend startet das 6., und es gibt so einiges zu berichten.
Neben einigen positiven Überraschungen gibt es leider auch sehr viel negatives zu berichten.

Verletzungen

Nick Perry ist immer noch auf der PUP-Liste und es ist aktuell nicht absehbar, wann und ob er überhaupt noch am Trainingscamp teilnehmen wird. Bisher gab es aber zumindest noch keinen Widerruf der Aussage, er würde zum Saisonstart wieder fit sein.

Bryan Bulaga ist viel fitter als zunächst angenommen. Viele waren verwundert, als es hieß, dass er wahrscheinlich zum Saisonstart fit wird (unter anderem auch ich, siehe PackersTalk 006 – Offseason-Talk), er ist aber beim Trainingscamp anwesend und macht seine persönlichen Aufbauübungen am Rand des Trainingsplatzes und es wird berichtet, dass er gerne schon wieder auf dem Feld stehen würde, Doc McKenzie ist da aber beständiger und möchte die standardmäßigen 9 Monate nach einem Kreuzbandriss definitiv noch abwarten. Im letzten Training hat er an Beinschnelligeitsübungen gearbeitet – sehr gute Nachrichten!

Nicht so gut ist die Aussage von McCarthy, dass Aaron Jones derzeit mit Achillessehnen-Problemen zu kämpfen hat. Er fehlte schon im ersten Training mit voller Ausrüstung am Samstag und auch Montag und Dienstag konnte er nicht teilnehmen. Es klang nicht nach etwas ernstem, trotzdem sollte man hier vorsichtig sein. Nach aktuellstem Stand soll Jones am heutigen Donnerstag wieder ins Trainingscamp einsteigen – gute Nachricht!

Und das waren noch die besseren Nachrichten. Kentrell Brice, der schon letzte Saison größtenteils verletzt fehlte, konnte sich in diesem Trainingscamp bisher gut beweisen und trainierte aktuell mit der ersten Garde der Defense an der Seite von Ha Ha Clinton-Dix als zweiter Safety, doch während des vierten Trainings musste er während des Punting-Trainings verletzt mit dem Golfcart vom Platz gefahren werden. Die Knöchelverletzung ist immer noch nicht genauer definiert. Die Röntgenaufnahmen von Dienstag zeigten keinen Bruch, alles weitere wird wohl erst nach Abschwellen des Knöchels diagnostizierbar sein.

Der nächste Schock lies im vierten Training nicht lange auf sich warten: Mike Daniels verschwand nach einiger Zeit mit einem Coach und einem Materialwart im Umkleideraum und kam zunächst nicht mehr zurück. Die amerikanischen Reporter vor Ort vermuten ein Problem mit dem linken Bein. Zwar war er Dienstag immer noch nicht wieder im Training, die offizielle Aussage dazu ist aber, dass die Verletzung nichts schlimmes ist und er bald wieder einsteigt – vielleicht schon heute (Donnerstag) Abend?

Aber auch damit war nicht Schluss, denn das Golfcart musste noch ein zweites Mal zum Einsatz kommen. Nicht weit vor Trainingsende lag ILB Jake Ryan schreiend auf dem Feld und fasste sich an sein rechtes Knie. Das Team bildete einen Kreis um den Spieler, um ihn abzuschirmen – das bedeutet selten etwas gutes. Er stand auf und versuchte, aufzutreten, hatte dabei aber sichtliche Schmerzen, bevor er weggefahren wurde. Im Nachhinein wird er von Blake Martinez als „am Boden zerstört“ beschrieben, der außerdem berichtete, wieviel Arbeit Jake Ryan in der Offseason darin investiert hatte, besser zu werden. Ein gerissenes Kreuzband plagt unseren zweiten ILB neben Martinez nun, das bedeutet in etwa 9 Monate Pause – vor den nächsten Minicamps werden wir Ryan wohl nicht mehr Football spielen sehen.

Außerdem fehlten im letzten Training am Dienstag noch FB Joe Kerridge (Schulter), ILB C.J. Johnson (Achillessehne) und Alex Light (Knie) mit kleineren Wehwehchen, die aber wohl kein größeres Problem sein sollten.

Wir wünschen allen Verletzten gute Besserung! Das gilt natürlich nicht nur für die Spieler der Packers, sondern für diverse Spieler, die aktuell mit Problemen zu kämpfen haben!

Die positiven Nachrichten des Trainingscamps

Doch es gibt nicht nur negative Nachrichten zu Verletzungen zu vermelden, es haben bisher einige Spieler sehr überzeugen können – und auch die möchten wir euch nennen.

Kevin King is a Beast! Der im letzten Jahr ebenfalls verletzungsgeplagte Zweitrundenpick aus 2017 trumpft zu enormer Stärke auf. Er covert unseren Nummer 1-Receiver Davante Adams, der letztes Jahr im Pro Bowl stand, unglaublich stark und ebenbürtig. Ich hoffe sehr, dass King diese Saison (und danach natürlich noch viele weitere) fit bleibt, denn dann werden wir mit ihm sehr viel zu feiern haben!

Green Bay, we have a Punter! JK Scott ist jetzt schon unglaublich genial. Neben 60 Yards-Punts ohne Pads, trainierte er am Samstag vorallem an einer längeren Hang Time und am Montag ging es um die Präzision. In allen Kategorien sah Scott echt gut aus und wusste zu beeindrucken. Ich freue mich sehr darauf, ihn in Spielen im Einsatz zu sehen!

Die „Blind Side“ von Aaron Rodgers ist extrem gut abgedeckt! David Bakhtiari macht schon das ganze Camp einen enorm starken Eindruck und bestätigt seine starke Leistung im letzten Jahr, in dem er laut PFF der beste Pass-Blocking Left Tackle der gesamten NFL war. Aber nicht nur Bakhtiari trumpft auf, auch Lane Taylor hat im heutigen Training erneut gezeigt, wieso er zurecht der unangefochtene Starter auf der Position des linken Guards ist. Auch seine anfänglichen WehWehchen scheint er ausgeheilt zu haben.

Defense Coordinator Mike Pettine. Er und seine Ansprachen haben sogar Spieler der Offense beeindruckt, so hat bspw. Aaron Rodgers schon die Trainingsansprache am ersten Trainingstag positiv erwähnt. Man merkt nicht nur an diversen Interceptions: Pettine scheint unserer Defense gut zu tun – das gefälllt!

Randall Cobb scheint seine OP nicht geschadet zu haben – im Gegenteil! Seiner Aussage nach wurde Knorpel entfernt, der ihn während der letzten Saison gestört haben soll, und er wirkt deutlich explosiver als noch letzte Saison. Ich selbst war einer der größten Kritiker Cobbs und konnte nicht verstehen, wie man Nelson komplett entlässt, Cobb aber nicht mal einen Paycut hinnehmen muss – wenn er in der Saison ähnlich überzeugen kann, wie jetzt, dann verstehe ich es endlich!

An dieser Stelle sind trotz der Verletzung von Jake Ryan die Inside Linebacker zu erwähnen – neben angesprochenem Ryan also auch Blake Martinez. Beide arbeiten nicht nur gegen den Lauf sehr stark, wie schon letzte Saison, sondern scheinen sich in dieser Saison unter Pettine auch in der Passverteidigung wohler zu fühlen und besser zu arbeiten – eine große Schwäche unserer Packers in der letzten Saison. Umso trauriger ist es, dass Ryan sich jetzt verletzt hat. Mit Oren Burks und Greer Martini standen im Dienstagstraining zwei aufstrebende Rookies als Ryan-Ersatz auf dem Feld und haben die Rolle wohl soweit ebenfalls gut ausgefüllt.

Ebenfalls möchte ich hier Kentrell Brice nochmal erwähnen, auch wenn ich den Grund dafür schon beim Text zu seiner Verletzung hervorgehoben habe.

Zu guter Letzt möchte ich Brian Gutekunst und das komplette Packers-Staff loben, das mit dem Draft (und dem Rest der Offseason) zu tun hatte: Das sieht sehr gut aus! Ob es die Cornerbacks sind (Jaire Alexander hat schon vor den Pad-Trainings Davon House in der ersten Defense abgelöst, Josh Jackson macht auch große Fortschritte), ein Oren Burks, der auf dem Feld gut aussieht, oder die jungen Wide Receiver, von denen sich zumindest J’Mon Moore aktuell sehr stark als Alternative für den WR3 anbietet (und auch EQ St. Brown hatte einige gute Plays) – da waren sehr viele gute Spieler dabei. Außerdem hat man noch Jimmy Graham geholt, dessen Harmonie mit Rodgers von Tag zu Tag mehr steigt, und auch die Verpflichtung von Jake Kumerow sei zu erwähnen, der (technisch gesehen schon kurz vor Ende der letzten Saison) geholt wurde und trotz fehlender NFL-Erfahrung so einige gute Catches hatte.

Enttäuschungen des Trainingscamps

Die Outside Linebacker funktionieren aktuell leider gar nicht wie erhofft. Nick Perry ist immer noch verletzt und auch die jungen Spieler können seinen Platz nicht so richtig ausfüllen, so trainierte man am Samstag zum Beispiel mit drei Cornerbacks, zwei tiefen Safeties und nur Clay Matthews, der die Defensive Line von der Linebacker-Position aus beim Pass Rush unterstützte. Am Montag durfte Kyler Fackrell sich ausprobieren, konnte aber nicht richtig überzeugen. Hier muss noch viel gemacht werden, lasst uns hoffen, dass dieses Problem (vorallem Perrys Verletzung) bis zum Saisonstart behoben ist!

Die Backup-Offensive Linemen können bisher auch nicht überzeugen. Jason Spriggs macht nur einen ok-Job auf der Right Tackle Position, wo er derzeit noch Bulaga ersetzt, am Montag durfte Kyle Murphy auch mal dort antreten. Dillon Day macht seine Sache als Backup-Center wohl zumindest besser als ich das erwartet hätte, gut aber auch nicht, sodass er eine ernsthafte Alternative zu Linsley wäre. Einzig Justin McCray kann sich bisher aus seiner „Vielleicht Starter als Right Guard“-Rolle absetzen und wusste zu überzeugen – diese Lücke scheint also zumindest vorübergehend gefüllt zu sein.

Und nicht nur die Linemen in der Offense funktionieren nicht, auch Long Snapper Hunter Bradley funktioniert nicht so gut, wie man es sich beim Draft erhofft hatte, als man ihn zusammen mit Scott holte, um die Probleme der vergangenen Saison auf einen Schlag zu betäuben. Zach Triner erfüllt die Rolle wohl auch nicht so, wie er es soll, aber dem bisherigen Vernehmen nach besser als Bradley, so war letzterer mit einem schlechten Snap an dem einzigen verschossenen FG (7/8, 49 Yards rechts vorbei) von Kicker Mason Crosby im Dienstagstraining Schuld, der wie immer sehr gut kickt.

Josh Jones, Zweitrundenpick von 2017, überzeugt bisher absolut nicht. Nach dem Abgang von Burnett war wohl ursprünglich der Plan, dass Jones die Rolle als Strong Safety übernehmen soll, aber bis auf einen Streit mit Graham bzgl. eines mögliches Facemasks war von ihm nahezu nichts zu sehen, nicht verwunderlich also, dass er den Platz in der ersten Garde der Defense an Brice verloren hat. Nach dessen Verletzung rutschte er zwar wieder nach oben auf, aber dort festsetzen sollte er sich jetzt trotzdem. Einen Lichtblick gab es: Im Dienstagstraining soll er gut funktioniert haben.

Zumindest um es nicht auszulassen, sei auch zur erwähnen, dass Aaron Rodgers dieses Trainingscamp in vier Tagen schon sieben Interceptions geworfen hat (oder sechs, bei einem Pass bestreitet Rodgers, dass es eine Interception war, weil sowohl Receiver als auch Verteidiger den Ball in der Hand hielten).
Hier sollte man aber nicht vergessen, dass das alles Training ist! Es freut mich für die Defense, denn die wird sicher Selbstvertrauen daraus schöpfen, aber dass man sich an neue Receiver, einen neuen Offensive Coordinator und ein neues Playbook zunächst einmal gewöhnen muss, ist logisch.

Ebenso gilt auch für alles andere, was hier geschrieben wurde (von den Verletzungen mal abgesehen): Das ist ein Trainingscamp! Es ist zwar ein Anzeichen, aber niemals gleichzusetzen mit der Saison in einem Monat. Ein Aaron Rodgers wird nicht in vier Spielen sechs Interceptions werfen, ein Tim Boyle wird vermutlich keine Touchdowns machen und die guten oder schlechten Plays fanden nunmal auch immer gegen dieselbe Garde statt. Wirft ein Hundley einen starken Pass gegen die 3. Garde der Verteidigung, heißt das nicht, dass der Pass gegen die 1. Garde immer noch gut ausgesehen hätte. Ein Pass, der nicht so gut aussieht, könnte bei der 1. Garde der Offense wiederum besser zum Receiver passen und deshalb gefangen werden. Also immer ruhig bleiben!

#GoPackGo

Dieser Artikel beinhaltet meine persönliche Meinung (Nikxx), die ich mir aufgrund von Berichten der amerikanischen Kollegen und Videomateiral zum Camp gebildet habe, diese muss nicht mit dem Rest der Packers Germany-Redaktion übereinstimmen.

LEAVE A RESPONSE

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere