Allgemein Rückschau Season 2018

Review Vikings: So schwer kann das doch nicht sein…

Eine neue Woche und es hat sich absolut nichts geändert. Die Packers verlieren auswärts knapp und bitter nach einem starken Beginn und echt schlechten Folgeleistungen. 17-24 ist das Endergebnis bei den Wikingern aus Minnesota mit dem wohl dämlichsten Horn der Welt bei jedem noch so kleinen Erfolg. Verletzungsgeplagt gingen die Packers ohne King, Breeland, Greene und Daniels in das Spiel.

Defensiver Anfang

Nach einem 3&Out unserer Defense (absolutes Highlight ist eine „12 men on the field“-Strafe gegen die Vikings nach einem Timeout bei 4&1)  geht es ans Eingemachte. Zwei Läufe durch die Mitte bringen nur 2 Yards. Bei 3&8 muss Rodgers scramblen, findet Davante Adams, dieser ist aber zuvor ins Aus getreten und darf somit den Ball nicht mehr fangen. 3&Out. Im ersten Play des zweiten Drives der Vikings wirft Cousins einen Wide Receiver Screen auf Diggs, aber Alexander hat aufgepasst: Er tacklet Thielen direkt in Diggs hinein, kann dann nachsetzen und tacklet Diggs schließlich zu 10 Yards Raumverlust. Stark! Einen kurzen Pass und eine Incompletion später sehen wir ein erneutes 3&Out unserer Defense.

Das Offensivspektakel

Und jetzt ging es los. Nach einem gedropten Pass von MVS läuft Aaron Jones für 11 Yards zum ersten First Down des Spiels und im Play drauf bringt uns eine Pass Interfernce gegen Adams in die gegnerische Hälfte. Ein End-Around-Lauf von EQ zeigt Kreativität und den Willen, mit Neuem dieses Spiel zu gewinnen. Lewis, Jones, Jones, Adams, TOUCHDOWN! Die Packers führen 7:0 – was für ein Start! Doch auch die Vikings können kreativ und schnell. So bringt ein End-Around von Runningback Cook ihnen 9 Yards und über einen QB-Run, Rudolph und schließlich Diggs, der Josh Jackson von Beginn an das Leben schwer machte, kamen die Vikings das erste Mal in die Packers-Spielhälfte. Ein Screen auf Cook bringt dann den Rest: Touchdown Vikings: 7-7. Brice, der den entscheidenden Tackle nicht machen konnte, verletzte sich am Knöchel.

Der dritte Drive der Packers gehörte EQ St. Brown. Insgesamt 38 Yards steuerte EQ zu dem Drive bei, der von Aaron Jones mit einem schönen Outside Run über links (und starkem Blocking von Bakhtiari) von Aaron Jones zum Touchdown komplettiert wurde: 14-7! Doch wie auch zuvor konnten die Vikings den Drive beantworten. Tramon Williams, der im Spiel aufgrund der Personalnot zwischen Slot-Corner und Free Safety wechseln musste, stolperte in der Coverage von Diggs, welcher allein in die Endzone wandern kann und von Cousins gefunden wird. 14-14

Der Zusammenbruch

Jetzt kommt die Offense wieder in den Negativ-Schwung der letzten Wochen.Bei 3&5 wird Rodgers gesackt, anstatt den Checkdown-Pass zu werfen, und wir müssen punten. Die Vikings können sich bis an die Packers-30 vorarbeiten, wo letztendlich Adams und Clark bei 3&1 den Hold schaffen und Dan Bailey zu einem Field Goal-Versuch zwingen. Wide left – vorbei! Im nächsten Drive überwirft Rodgers Adams bei einem Free Play bei 3rd&9, der 3&4 ist Incomplete und wir punten erneut. Die Vikings laufen in einem langen Play übers Feld die Zeit runter und kommen schließlich bie 3 verbleibenden Sekunden in der ersten Halbzeit zum Field Goal-Versuch Nummer 2. Der Kick geht raus – und er sitzt. Die Refs callen aber eine (möglicherweise fragwürdige) False Start-Strafe gegen die Vikings, sodass Bailey von 56 Yards nochmal ran muss – Wide Right, nochmal vorbei!

…und die Special Teams

Nach der Halbzeit wundern sich alle: Jamaal Williams returnt den Kickoff? Ja, scheinbar hat Trevor Davis erneut Schmerzen im Oberschenkel. Ein Drive der Packers für nur bis knapp über die Mittellinie und jetzt geht ohne Trevor Davis die schlechte Performance der Special Teams sofort weiter. Bisher ohne Strafen und mit guten Plays ist es J’Mon Moore, der den Punt nicht an der 1 Yard-Linie downen kann – und noch schlimmer: Er berührt ihn sogar nochmal in der Endzone, obwohl er vorher aus dem Spielfeld gelaufen war. Aus einem möglichen Firstdown an der eigenen 1 wird ein Touchback + 5 Yards Strafe. Nach einer Passverteidigung von Fackrell und fast einem Sack hintendrauf (Tackle für 1 Yard Gain) müssen die Vikings trotzdem punten. Der Return von Tramon Williams ist sogar erstaunlich gut – ohne Strafen und Fumbles! In diesem Dive kommen wir zu einem 3&2, das Jones nur zueinem 4&Inches laufen kann, McCarthy geht dafür (an der eigenen 44) – Adams verpasst den geplanten Block, Jones wird getacklet, Turnover on Downs. Den folgenden Drive der Vikings von der 44 kann unsere Defense mit einem Sack von Clark abschließen und zu einem Field Goal halten – diesmal ist er drin. 14-17.

Es folgt erneut ein 3 & Out durch die Offense, die einfach nicht mehr ins Rollen kommt – erneut mit einem Sack gegen Rodgers im Third Down. Der Punt ist kurz, der Return ist lang, eine Strafe kommt obendrauf – die Vikings beginnen ihren Drive an der Packers-31. Diggs, Diggs, Cook, Thielen – Touchdown. Und das Unheil nahm seinen Lauf. Nach immerhin einem First Down wird Rodgers erneut bei 3&4 gesackt, diesmal ein starker Punt über 56 Yards ins Aus. Mittlerweile im vierten Quarter angekommen spielen die Vikings einen 7 Minuten-Drive bis an die Packers-7, an der sie ein 4&2 ausspielen – die Incompletion führt zu einem Turnover on Downs. Eigentlich war der Drive schon deutlich vorher gestoppt, beim Punt ging Tramon Williams statt den Ball zu fangen aber einen Schritt zurück, er bekam den Aufpraller an den Körper und verlor ihn an das Punting-Team der Vikings, was zu einem First Down an der Packers 15 führte. Nach einem guten Drive vorallem über Graham und Adams sind es dann zwei echt schlechte Pässe von Rodgers, die sowohl das First Down als auch einen Touchdown von Adams verhindern und uns nur 3 Punkte bringen. 2:30 auf der Uhr, ein Timeout. Den Onside Kick fängt Rudolph, nach zwei guten Runstops schafft Cousins ein First Down zu Diggs über die Luft gegen Undrafted Rookie Tony Brown und das Spiel endet mit Abknien.

Adams, EQ, Alexander, Clark, Davis – was gefallen hat

Davante Adams muss auf der positiven Seite definitiv genannt werden. 5 Catches für 69 Yards und einen Touchdown, dazu eine Pass Interference-Strafe, zwei von Rodgers überworfene potentielle Touchdowns und viel Wirbel. Wo Dinge passierten, war Adams beteiligt. Verpasst beim 4th Down-Versuch leider seinen Block, wie Rodgers in der Post Game-Pressekonferenz aber durchblicken lässt, war dieses Play aber mit (dem zu der Zeit verletzten) EQ trainiert, der ein deutlich besserer Blocker ist. Ansonsten ein starkes Spiel!

EQ St. Brown hatte sein Breakout-Game gegen die Vikings – und musste dann leider eine lange Zeit verletzt auf der Bank sitzen, ehe er zum Ende wiederkam und von Rodgers unmögliche Pässe bekam. Ein End-Around und 3 Catches für 58 Yards sind seine beste Saisonleistung bisher – mit guten Pässen und ohne Ellbogen-Verletzung wäre da noch mehr drin gewesen!

Wie wöchentlich kann man eigentlich Jaire Alexander nennen. Ein unglaublicher Catch von Thielen war das einzige, was Alexander bis kurz vor der Halbzeit zuließ. Im abschließenden Drive der Vikings konnte Thielen ihm mit starken Plays zwei Mal entkommen, ansonsten lieferte er aber durch das ganze Spiel weg solide ab. Nicht sein bestes Spiel, aber trotzdem stark!

Kenny Clark konnte 4 Tackles und einen Sack verbuchen, dazu diverse QB-Pressures, die zu Incompletions führten. Wie auch Alexander ist er einer der Lichtblicke der Defense, fällt vorallem positiv und nahezu nie negativ auf.

Trevor Davis hat die Special Teams belebt. Stark als Gunner, gut als Returner – in allen Bereichen lief es gut… solange er noch auf dem Feld stand.

Aaron Jones, Graham, Matthews, Martinez, neue Looks und Lückenfüller – das Mittelmaß des Spiels

Aaron Jones startete stark und konnte auch immer wieder Mal herausblitzen, alles in allem waren seine Läufe aber nicht so effektiv wie bisher. Das lag bei mehreren Plays auch an der Offensive Line, aber am Ende konnte er nicht den Unterschied ausmachen, den er in den letzten Wochen angedeutet und teilweise gemacht hat.

Jimmy Graham glänzte in Halbzeit 1 vorallem durch Abwesenheit, einem Drop und langsamen Routes. In Halbzeit zwei konnte er mit zwei starken Catches die Offense nochmal etwas beleben, am Ende aber auch keinen Unterschied ausmachen. Der Daumen schränkte ihn etwas ein, Rodgers war scheinbar gehemmt, auf ihn zu werfen – und allgemein stand er nur 42% der Offensive Snaps (22 von 53) auf dem Platz.

Clay Matthews verpatzte wieder das ein oder andere Big Play, trotzdem hatte er großen Einfluss auf mehrere Stops der Defense. Er konnte im Passspiel der VIkings öfter Druck ausüben und seine 5 Tackles trugen stark zur Run-Defense bei. Immer noch nicht bei dem Wert angekommen, für den er bezahlt wird, aber er ist definitiv der beste Outside Linebacker, den wir derzeit im Kader haben.

Blake Martinez fiel mir das erste Mal in einem Spiel mehrmals mit verpassten Tackles auf, ansonsten war er aber wie immer der Dauerläufer der Defense. Als einziger Spieler der „Front-7“ stand er 100% der Snaps auf dem Platz und zeigte so immer wieder, was er für einen enormen Wert für unsere Defense hat.

Das Play Calling von McCarthy bekommt von mir erneut einen Mittelmaß-Platz. Vor allem zu Beginn des Spiels zeigten neue Looks (diverse 3 Tight End-Sets, der EQ-End Around, Swing-Pass auf Jones, etc) doch, was Rodgers und diese Offense alles könnten, wenn man sie machen lässt. Mit den schlechten Pässen von Rodgers kamen dann aber auch wieder die alten Plays zum Vorschein. Mit dem 4&Inches hat McCarthy letztendlich erneut dafür gesorgt, dass über seine Entscheidungsfindung diskutiert werden kann, hierzu zitiere ich einfach mal meinen Beitrag aus unserem Discord-Server:

Ich hab McCarthy oft bei vielem verteidigt, weil viele Fehler von ARod kamen, die Post Game-Interviews zeigen mir aber einen klaren Fehler bei McCarthy: 4&Inches-Play. McCarthy sagte in seinem Interview, dass er sich da entschieden hatte, dafür zu gehen, und nachdem er das Timeout dafür „verbrannt“ hatte, änderte sich seine Entscheidung nicht, er wollte jetzt erst recht dafür gehen. Der Playcall von vor dem Timeout war der Playcall von nach dem Timeout. Jetzt sagt Rodgers in seinem Interview aber, dass man diese Situation zwar sehr stark trainiert habe (vermutlich wegen dem 4&2-Punt letzte Woche), im Training sei hier aber EQ statt Adams im Plan gewesen. Man weiß auch bei den Packers, dass EQ deutlich besser blocken kann. EQ war zu dem Zeitpunkt aber verletzt raus. Du hast also ein komplett einstudiertes Play, bei dem ein Key Part verletzt fehlt. Du hast ein gesamtes Timeout Zeit, um dir zu überlegen, welche Alternative du mit deinen gesunden Spielern hast – und gehst trotzdem für das halb-einstudierte Play. Das ist Kacke.

Die Nachrücker haben soweit größtenteils eine solide Leistung abgeliefert. Natürlich ist ein Diggs gegen einen Brown überlegen, unsere Backup-Safeties können einen Rudolph nur schwer covern und ein Tyler Lancaster ist weder ein Mo Wilkerson noch ein Mike Daniels, aber ansich haben sie ihre Sache recht gut gemacht.

Gesundheitsprobleme, Special Teams nach Davis, die Joshs und Rodgers – die Lowlights des Spiels

Wie jedes Jahr haben uns enorme Gesundheitsprobleme eingeholt. Wir sind verwunderlich gesund in die Saison gestartet, doch jetzt fehlen langsam die Leistungsträger doch. Von dem geplanten Roster vor der Saison fehlte folgende Spieler oder fielen (temporär) während des Spiels aus: ILB Jake Ryan, OLB Nick Perry, DE Mo Wilkerson, CB Davon House, WR Geronimo Allison, WR Jake Kumerow (alle IR), CB Bashaud Breeland, CB Kevin King, DT Mike Daniels, S Raven Greene, WR Randall Cobb (alle Inactive), LG Lane Taylor (Oberschenkel), S Kentrell Brice (Knöchel), LT David Bakhtiari (Knie), Byron Bell, Jimmy Graham (Daumen), EQ St. Brown (Ellbogen), Trevor Davis (Oberschenkel).

Nach Trevor Davis‘ Verletzung verzeichnen die Special Teams schlechte Gunner mit Strafen, eine Illegal Formation und einen muffed Punt, der verloren ging. Auf gut Deutsch: Alles Mist! Greene, Josh Jones und Davis sind die Gunner, die wirklich gut spielen. Jones wurde in der Defense gebraucht, Greene ist verletzt und Davis verletzte sich im Spiel, danach lief es nicht mehr.

Josh Jackson wurde von Diggs im Laufe des Spiels komplett auseinandergenommen. Er kommt einfach nicht hinterher und man merkt, dass ihm das Selbstvertrauen fehlt. Als Zukunftprojekt hat er sehr viel Potential, jetzt ist er aber definitiv kein Starter und als Lückenfüller hilft er aktuell nur bedingt, wenn der Gegner zwei so starke Receiver hat wie die Vikings – und dann noch einen Tight End, der super fangen kann.
Josh Jones. Kann ihm bitte jemand tacklen beibringen? Gut, viele Spieler haben diverse Tackles verpasst, aber Josh Jones stach nochmal heraus. Das hat so einfach nicht funktioniert. Mit Brice und Jones war die Safety-Position in der Nickel-Defense (Tramon Williams als Slot-Corner) definitiv qualitativ unterbesetzt.

Aaron Rodgers. Jop, diesmal steht er nicht extra, sondern einfach nur unten. Er war statistisch unterlegen, er war spielerisch unterlegen, er hat diverse einfache und mittelschwierige Pässe grandios verpasst und Highlights waren einfach nicht zu finden. Keine Touchdown-Bombe übers ganze Feld zu einem NoName-Tight End, kein beeindruckender Scramble-Touchdown, nichts. Bei 17/28 Completions für 198 Yards und einen Touchdown bleiben am Ende nur viele verpasste Checkdowns, zwei verpasste Touchdowns und – nicht zu vergessen – 4 Sacks, bei denen er jeweils den Checkdown hätte mitnehmen können. Selbst die zwei Drops von MVS und Graham rausgerechnet, sind die Statistiken noch klar schlechter als die von Cousins beim anderen Team. So gewinnt man keine Spiele!

Fazit: Hoffnung ist noch nicht verloren

McCarthy sagte es ‚Wir müssen jetzt alles gewinnen‘. Rodgers nannte diverse Spieltage, gefolgt von „Beat them“ (Sie besiegen), als Lösung, wie man noch in die Playoffs kommen könnte. Und auch schon während des Spiels wurden die Playoff-Chancen bei einer Niederlage eingeblendet: 3%. Der „Galvanizing Moment“ Jake Kumerow ist noch nicht aktiv, aber vielleicht nächste Woche? Getreu dem Motto #BeatThem könnte man es nochmal versuchen. Klar ist bei aller Hoffnung jedoch: Wir können es nicht aus eigener Kraft schaffen. Es ist nicht sehr realistisch. Und mit solchen Leistungen als gesamtes Team (und vor allem von Rodgers) erstrecht nicht. Und doch: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

#GoPackGo #BeatThem

**Es handelt sich hierbei um die Meinung des jeweiligen Autors. Diese steht nicht für einzelne Mitglieder oder das komplette Autoren-Team der Packers Germany.**

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1 COMMENTS

  1. Wie immer treffende, schön geschriebene Zusammenfassung und kann der Meinung nur zustimmen. Top Artikel, danke für die viele Arbeit!

    #GoPackGo #BeatThem

    P. S. : erst recht auseinander 😉

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