Allgemein Offseason 2018

Packers traden Damarious Randall für Deshone Kizer

Die Green Bay Packers haben in der Nacht von Freitag auf Samstag deutscher Zeit einen Trade veranlasst, den man in dieser Größenordnung bei Ted Thompson selten gesehen hat: Nach Angaben von Adam Schefter von ESPN traden die Packers CB Damarious Randall für QB Deshone Kizer zu den Browns.

Gleichzeitig findet noch ein Tausch von 4.- und 5.-Runden Picks statt, das heißt die Packers erhalten von den Browns die beiden früheren Picks in der vierten und fünften Runde. Damit haben die Packers vor dem Draft folgende Picks:

Was bedeutet das für die Packers?

Die Packers bekämpfen eine „position of need“, nämlich die des Backup-Quarterbacks, indem sie eine andere „position of need“ noch ein wenig schwächen. Es ist ziemlich klar, dass der neue GM wenig von Hundley als Backup hinter Aaron Rodgers hält. Für Kizer selbst ist die Situation auch herausfordernd: Einerseits wird er niemals Starter in Green Bay sein, außer Rodgers sollte frühzeitig in den Ruhestand gehen, andererseits hat er die Chance, von einem der besten Quarterbacks aller Zeiten zu lernen.

Damit dürften die Packers in Bezug auf Free Agency und Draft für die Quarterback-Position ausgesorgt haben und in dieser Richtung wird wohl nicht mehr viel zu hören sein – zumindest bis zum Training Camp, wenn Kizer und Hundley, die sich in der abgelaufenen Saison schon einmal gegenübergestanden sind (damals mit dem glücklicheren Ende für Green Bay und Brett Hundley), um den Platz hinter Rodgers kämpfen.

Oder es kommt ganz anders:

 

Auf der anderen Seite des Trades steht Damarious Randall. Einst ein Erstrundenpick der Packers (2015), hat er sich in seiner Zeit bei Green Bay nie wirklich hervortun können. Die Dinge, die man von einem Erstrunden-Cornerback wohl zu Recht erwarten kann, durfte man von ihm nicht sehen: Er war nie ein 1-on-1-Cornerback, der die besten Receiver der NFL in Manndeckung gedeckt hat. Einen guten Job hat er erst in der zweiten Saisonhälfte der vergangenen Saison gemacht, als er im Slot recht gut aussah (das zugegebenermaßen auch gegen die dritten Receiver des gegnerischen Teams).

Mit dem Trade haben die Packers allerdings den Bedarf nach Cornerbacks noch ein ganzes Stück vergrößert: Das Gegenstück zu Kevin King fehlt weiterhin, und auch im Slot muss eine Lösung über die Free Agency oder den Draft her.

An Cap Space kreieren die Packers für dieses Jahr ein wenig Luft: Der Vertrag (noch bis einschließlich 2020) von Kizer sieht für dieses Jahr lediglich einen Cap Hit von knapp $700.000 vor, der von Randall hätte sie $1.5 Mio gekostet. Auch in den nächsten Jahren ist der Vertrag von Kizer als Zweitrundenpick ein wenig günstiger.

Fazit

Dazu ergänzend: Randall konnte nie wirklich von sich überzeugen. Er hatte ein paar gute Spiele, mehr aber auch nicht. Ich finde den Trade sinnvoll, unter der Bedingung, dass jetzt auf der Cornerback-Position bis Saisonbeginn noch einiges passiert. Falls hier keine großen Namen in Green Bay landen, wird es erneut eine extrem schwierige Saison für die Secondary. Brian Gutekunst hat noch eine Menge Arbeit vor sich, denn momentan sieht das Depth Chart bei den Cornerbacks folgendermaßen aus:

Von keinem Cornerback außer Kevin King ist ernsthaft zu erwarten, dass er Spieler eines Kalibers von Odell Beckham Jr., Julio Jones oder Antonio Brown in Manndeckung von vielen Yards abhält – auch in Zukunft nicht. Und selbst gegen den „zweiten Mann“ im Wide Receiver-Corps des Gegners (bei den Packers wäre das ein Jordy Nelson) werden alle dieser o.g. Spieler mit Ausnahme von King wirklich sehr große Schwierigkeiten bekommen. Bei King ist eine Verbesserung zu erhoffen und auch zu erwarten, sodass er in seinem zweiten Jahr gegen die Nummer-1-Receiver antreten kann – für den zweiten Receiver muss allerdings noch ein Cornerback gefunden (und evtl. nach dem Draft entwickelt) werden.

Mein Wunsch: Die Packers holen in der Free Agency oder via Trade einen etablierten Spieler mit dem Format und der Klasse eines Richard Sherman (das muss nicht unbedingt Sherman sein) und draften relativ früh einen weiteren Cornerback, den sie hinter den beiden entwickeln können – der könnte dann zum Beispiel den Slot übernehmen. Damit wäre die Position meiner Meinung nach ausreichend gestärkt und die Packers könnten auch ein wenig rotieren.

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