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News der Woche KW 51: Ruhige Weihnachten für Packers-Fans

Die Schlagzeilen der Woche:

  • Die Packers unterliegen den Bears im Divisionsduell und verhelfen den Bears genauso zum Divisiontstitel wie sich selbst dazu, die Saison endgültig abzuhaken
  • Volles Ausschöpfen der Injured Reserve Regelung: Alles auf IR!
  • Rodgers und Adams zum Pro Bowl

Zum Spiel am letzten Sonntag

In einem offensiv wie defensiv schlechten Spiel, auf das ich gar nicht weiter eingehen will, unterlagen die Packers am Sonntag den Chicago Bears mit 17-24. Mit dabei mal wieder Aaron Rodgers, der eine weitgehend mittelmäßige bis teilweise unterirdische Leistung zeigte und dank Jimmy Graham auch seine zweite Interception der Saison warf. Khalil Mack und Kumpanen hatten wenig Probleme gegen die zweite oder dritte Garde der Packers‘ Offensive Line und rissen die förmlich auseinander. (Notiz an Gute: O-Line Depth draften!!) Da die Saison jetzt endgültig und mit der Niederlage der Dolphins in Minnesota auch offiziell zu Ende ist, fordern nun einige zu „tanken“ (also absichtlich zu verlieren), um eine bessere Draft Position zu bekommen. Ich kann das verstehen, sehe das aber etwas anders. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Fußballfan für den Sport sozialisiert wurde, bei dem man durch Verlieren nichts gewinnen kann (a.k.a Abstieg mit dem VfB), aber ich kann mich nicht dazu durchringen, meiner Mannschaft beim Verlieren zuzujubeln. Ich werde allerdings auch nicht drei Tage schlechte Laune haben, wenn sie gegen die Jets verlieren – wir können ab jetzt nur noch gewinnen. Wie seht ihr das?

Alles auf IR

Fürs Verlieren hilfreich ist auf jeden Fall, alle guten Spieler auf die Bank (bzw. auf Injured Reserve) zu setzen. Allein im Dezember wurden neun (!) Spieler der Packers auf Injured Reserve gesetzt und damit für die Saison abgeschrieben. Das fing an mit Mike Daniels und Trevor Davis, ging nach der Niederlage gegen die Cardinals weiter mit Ibraheim Campbell, Tra Carson, Kevin King und Raven Greene und letzte Woche wurde noch Byron Bell dieser Liste hinzugefügt. Nach dem offiziellen Saisonende war dann alles vorbei und RB Aaron Jones wurde ebenso auf IR gesetzt wie NT Kenny Clark.

Im Gegenzug wurden Spieler vom Practice Squad in den aktiven Kader geholt und fünf Spieler aus anderen Practice Squads verpflichtet. Die Strategie, die ich hier erkenne: Vielversprechende Spieler von anderen Teams in den aktiven Kader holen, da jetzt ja nichts mehr zu verlieren ist und dann nach dem Ende der Saison in den 90 Mann Kader aufnehmen. Damit erhöht man den Druck im kommenden Training Camp auf Rookies und Draft Picks der späteren Runden enorm und das muss ja auch das Ziel sein: Wettkampf und Leistungsbereitschaft kommen nur durch Qualität im Kader zustande und das gilt ganz besonders für die hinteren Reihen des Kaders, die zum Ende der Saison immer mehr in den Fokus rücken. Teilweise auch nur leicht verletzte Stammspieler sind nächstes Jahr sowieso wieder am Start.

Trainersuche geht weiter

Nach dem meiner Meinung nach auch überzeugenden Sieg gegen die Falcons letzte Woche stand bei mir das Trainerkarussel in Green Bay zumindest emotional eine Woche still. Was, wenn Rodgers nur neue Impulse gebraucht hat und es zwischen ihm und McCarthy einfach menschlich nicht mehr gepasst hat? Naja, nach diesem Spiel gegen die Bears haben wir die Antwort und sie lautet nicht Joe Philbin, der damit endgültig aus dem Rennen um den Head Coaching Job sein dürfte (oder müsste?). Ein typisches Spiel der Packers für diese Saison ausgerechnet gegen die Bears dürfte auch sein Schicksal in Green Bay besiegelt haben – unabhängig vom Ausgang der letzten beiden unwichtigen Spiele gegen die Jets und die Lions, die beide auch um nichts mehr spielen.

Rodgers und Adams zum Pro Bowl

Aaron Rodgers wurde genauso wie Davante Adams zum Pro Bowl gewählt. Einer von beiden hat es meiner Meinun nach absolut verdient, er ist einer der besten Spieler auf seiner Position und zeigt das Woche für Woche – wer von beiden das ist, könnt ihr euch bestimmt denken. David Bakhtiari, einer der besten (wenn nicht der beste) Left Tackle im ganzen Football wurde nur als „alternate“, also Nachrück-Kandidat nominiert, genauso wie Kenny Clark, der diese Saison nochmal stärker war als die Jahre davor, und Center Corey Linsley. David Bakhtiari ist aber einer der am wenigsten geschätzten Footballspieler in der ganzen NFL und ich finde es schrecklich, dass er zwar zwei AP-Auszeichnungen hat, aber noch nie zum Pro Bowl gewählt wurde (was eigentlich völliger Quatsch ist, weil die AP-Auszeichnungen sowohl wertvoller und bedeutungsvoller, als auch im Normalfall deutlich schwerer zu bekommen sind).

Damit bleibt mir nur noch für diese Woche, euch viel Spaß beim Spiel schauen zu wünschen und vielleicht einen Packers-Sieg in die Weihnachtstage mitnehmen zu können. Aber wenn nicht, ist davon das Weihnachtsfest auch nicht wirklich betroffen. Von daher: Frohe Weihnachten euch allen und ein schönes Fest!

P.S. Falls ihr im Sommer nach Green Bay wolltet, das Konzert von Paul McCartney am 8.6. ist ausverkauft. Vier Tage dauerte es immerhin, bis alle Tickets vergriffen waren, das schnellste ausverkaufte Event (abgesehen von Football-Spielen) in der Geschichte von Lambeau Field.