Allgemein Offseason 2019

News der Woche KW2: Wir haben ein Matt(ch)!

Die News der Woche haben einen Gewinner. Denn die größten News der Woche sind ganz eindeutig, dass die Green Bay Packers einen neuen Head Coach haben!

Dieser Beitrag ist ein Kommentar von Max (@KaesekopfDE) und enthält die persönliche Meinung des Autors.

Matt LaFleur bekommt den Job und sticht die Konkurrenten aus

Matt LaFleur, 39, wird ab nächster Saison an der Seitenlinie stehen und in Rodgers‘ Mikro sprechen. Hoffen wir, dass sich Rodgers dann auch an das hält ;). Aaron Jones wird’s freuen, waren die Titans doch die zweitbeste rushing offense der NFL mit einem super-spannenden Running Game.

Der große Favorit auf den Job, Josh McDaniels, geht leer aus und wird nach seiner Festlegung auf Packers oder keinen nächste Saison wieder neben Bill Belichik an der Seitenlinie der Patriots stehen. Spannend fände ich zu erfahren, ob die Packers wegen seiner Flucht aus Indianapolis letztes Jahr Bedenken hatten und ihm das einige Minuspunkte eingebracht hat (ich würde es ihm wünschen, auch wenn es für die Colts mit Frank Reich bekanntlich ziemlich gut ausgegangen ist); das werden wir allerdings frühestens in 30 Jahren oder so erfahren, wenn die Beteiligten ihre Memoiren schreiben.

Aber wer ist jetzt eigentlich LaFleur? Und wieso bekommt ein 39-jähriger (vier Jahre älter als Rodgers) eigentlich den Job bei einer der beliebtesten Franchises für einen Head Coach? Darüber hat Kollge Nik gestern einen ausführlichen Artikel geschrieben, da erfahrt ihr alles über LaFleur. Die Hoffnung liegt ganz klar auf einem Sean McVay 2.0 – und das Ganze ist gar nicht so unrealistisch. LaFleur war Quarterback Coach von Matt Ryan, als die 44-21 über die Packers gewalzt sind bis in den Super Bowl. In der gleichen Saison in Ryan auch MVP geworden. Im Jahr darauf (2017) holte ihn McVay dann als offensive coordinator nach LA, wo er für die Entwicklung des – sagen wir es mal freundlich – Rohdiamanten Jared Goff verantwortlich war. Goff, im ersten Jahr schon als Bust abgestempelt, machte unter ihm eine erstaunliche Entwicklung durch. Einzig das Jahr bei den Titans lief nicht besonders gut, aber er schaffte es nach der Verletzung von Mariota und TE1 Walker trotzdem, einen winning record hinzulegen und scheiterte erst in Woche 17 gegen die Colts an der Playoff-Quali. Mit kreativem Laufspiel, wohlüberlegten Pass-Spielzügen und einer Menge Fantasie holte er das Beste aus der Titans-Offense heraus. Und jetzt stellt euch das mal mit einem Quarterback wie Aaron Rodgers vor…

LaFleurs Erfolg/Misserfolg ist Murphys Erfolg/Misserfolg, nicht Gutekunst’s

Ihr seht schon, ich bin ziemlich gespannt auf den neuen Head Coach und freue mich extrem auf die neue Saison, die ja schon in 8 Monaten los geht (ernsthaft, so lange?!). Brian Gutekunst kann sich wieder seiner Hauptaufgabe widmen, Free Agents zu verpflichten und Draft-Vorbereitungen treffen. Eigentlich hätte er das jetzt ja auch schon können, denn CEO Mark Murphy hat ihm ja die Entscheidungshoheit über die Einstellung des Coaches weggenommen. LaFleurs Erfolg ist jetzt unwiderbringlich mit Murphy verknüpft und Erfolg, genauso wie Misserfolg des neuen Trainers wird automatisch auf Murphy zurückfallen und nicht auf Brian Gutekunst. Der hat zur Zeit ein gemischtes Resumee bei den Packers: Jaire Alexander war ein Home Run, für die anderen Picks ist eine Beurteilung noch zu früh, aber bei den eingestellten Free Agents lässt sich jetzt schon sagen, dass Jimmy Graham, seine größte Verpflichtung, wohl eher zum Bust und Fehleinkauf tendiert.

Die zwei großen Packers Free Agents: Clay Matthews und Randall Cobb

Apropos Free Agents: Über die Zukunft der zwei größten Free Agents der Packers, Randall Cobb und Clay Matthews, hat Gutekunst dieses Jahr zu entscheiden. Will er sie zurückhaben oder nicht? Offensichtlich scheint, dass er sie nicht unbedingt wieder bei den Packers sehen muss. Denn letztes Jahr zeigte Ted Thompson, wie man das macht: Davante Adams und Corey Linsley wurden Ende Dezember 2017 noch mit langfristigen Verträgen an die Packers gebunden, lange bevor die Free Agency begann. Mit Matthews und Cobb sieht es folgendermaßen aus: Sie sollen in der Free Agency ihr Glück versuchen, und die Packers entscheiden, ob sie mitgehen wollen. Denn eins ist klar: Die beiden sind schon seit acht bzw. zehn Jahren in Green Bay und würden bei einem gleichwertigen Angebot relativ sicher hier bleiben.

Kehrt Cobb zu den Packers zurück?

Folgende Aspekte gilt es zu beachten: Der Receiver-Markt in der NFL ist aufgeblasen und „heiß wie Frittenfett“. Mittelmäßige Receiver bekommen Geld ohne Ende und auch für Randall Cobb dürfte es bei Teams mit Cap Space weit jenseits der $100M einen lukrativen Platz geben. Spotrac.com schätzt Cobb’s Marktwert gar auf $8M, einen Preis, den Gutekunst zu 99,99% nicht zahlen wird. Daher scheint es zumindest bei Cobb wahrscheinlich, dass er nächste Saison nicht mehr in Green Bay weilt. Bei aller Liebe zu den Packers: Das Veteran Minimum für Cobb liegt bei $930k und die Packers werden vermutlich nicht mehr als $2-3M für ihn hinblättern. Da würde ich bei einem Angebot jenseits der $4-5M auch sagen: Die Zeit war schön, ich will aber noch einige Jahre Football spielen und Geld verdienen. Ich würde es Cobb sicherlich nicht übel nehmen. Ganz insgeheim hoffe ich, dass Gutekunst auch bei Preisen von $4-5M mitgehen würde, denn ich halte Cobb immer noch für einen der fähigsten Receiver bei den Packers und wenn wir ihn als No.4-Receiver zurückholen könnten, wäre ich (und Rodgers auch, wie er ungefähr 1000-Mal in den letzten drei Wochen gesagt hat) sehr, sehr glücklich. Glauben kann ich es allerdings nicht so wirklich, vor allem nicht nach der Geschichte mit Jordy Nelson letztes Jahr (sorry).

Und Clay Matthews?

Bei Clay Matthews sieht das Ganze doch ein wenig anders aus: Seine Leistung hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen, das dürften mittlerweile alle NFL-Teams mitbekommen haben. Ein Aspekt, den ich aus einem Packers-Podcast diese Woche mitgenommen habe: Matthews‘ Vermarkungswert ist enorm. Sein Trikot ist eins der meistverkauften, er ist USA-weit bekannt und z.B. durch seine Rolle in Pitch Perfect und verschiedenen Werbungen mit Aaron Rodgers auch über das Football-Spektrum hinaus sehr bekannt. Er ist, wie man so schön sagt, eine Marke. Jetzt lässt sich wahrscheinlich relativ gut berechnen, wie viel das wert ist für ein Team und das kann man natürlich noch auf den sportlichen Wert addieren. Auch Matthews könnte ein einigermaßen ordentliches Angebot erhalten. Sollte er das allerdings nicht, kann ich mir bei ihm gut vorstellen, für ein enorm reduziertes Gehalt (im niedrigen Millionenbereich, ich weiß, das ist ein wenig ironisch…) zu den Packers zurückzukehren. Sein Tank ist auch noch nicht leer. Und wenn Pettine ihn als Inside Linebacker einsetzen kann, weil wir endlich jemand „gescheites“ für die OLB-Position gedraftet haben, dann ist er da immer noch dynamischer als der ganze Haufen, den wir sonst da haben (Blake Martinez eingeschlossen). Mal schauen, was bei ihm passiert.

Ich hoffe bei beiden auf eine Rückkehr, glaube aber bei Cobb nicht wirklich daran. Dafür ist der Markt zu heiß und zu viele Teams haben einen riesigen Cap Space. Bei Matthews kann ich mir das schon eher vorstellen.