Allgemein Rückschau Vorschau

News der Woche KW 50 (Week 15)

Jetzt gilt es wirklich! Wir haben noch allerletzte Playoff-Chancen und wirklich alle Teams haben letzte Woche so gespielt, wie wir es gebraucht haben! Ein best-best-case Szenario also!

Die Schlagzeilen der Woche:

  • Der Sieg gegen die Falcons
  • Joe Philbins erstes Spiel als Head Coach der Packers
  • Die Akteure des Spiels: Jones, Cobb, Breeland, Graham und die Defense
  • Playoffs?…

Der Sieg gegen den Angstgegner mit neuem Head Coach und neuem Spirit

Wann haben wir das letzte Mal gegen die Falcons gewonnen? Gefühlt genau so lange, wie wir nicht gegen die Cardinals verloren hatten (1949). Dazu hatten wir noch Ausfälle auf allen Positionen, inklusive dem Head Coach und dem Assistant Head Coach / Linebackers Coach und trotzdem schafften wir es, das Spiel gegen die ebenfalls strauchelnden Falken zu gewinnen. Und das nicht einmal mit Glück – sondern mit Können! Wie schaffte Philbin den offensiven Turnaround?

Die entscheidenden Akteure

Die Zeichen standen zunächst gar nicht gut: In der O-Line fielen LG Lane Taylor und RG Byron Bell ebenso aus wie RT Bryan Bulaga – nicht besonders hilfreich gegen den eigentlich starken Pass Rush der Falcons. In diesem Kontext sind die vier Sacks wirklich ein Erfolg. Während dem Spiel sah es teilweise nach den gleichen Problemen aus, die wir die ganze Saison hatten – die Sacks bei 3rd Downs zu kassieren. Aber tatsächlich schafften wir es, 7 von 13 3rd Downs zu neuen First Downs zu machen. Die Quote ist zum ersten fast eine Verdoppelung gegen über dem Saison-Durchschnitt und zum zweiten einer der Gründe für den Sieg und immerhin 34 Punkte.

Zweiter Punkt: Aaron Jones. Vor dem Spiel war ich mir sicher, dass er den Ball öfter bekommt und Joe Philbin aus McCarthys Fehlern lernt. Nach dem ersten Viertel dachte ich mir, ok, er macht es noch schlimmer. Aber am Ende hatte Jones 20 Touches (17 Läufe, 3 Receptions) für 106 Yards und einen Touchdown und ich war zufrieden – was ganz bestimmt auch das einzige Ziel von Philbin war: Einen deutschen Football-Fan ein paar Tausend Kilometer weit weg zufrieden zu stellen. Spaß beiseite, Philbin tat offensiv das, was die Fans seit 10 Wochen von Mike McCarthy forderten und es funktionierte! Vielleicht sollten die Packers einfach mal darüber nachdenken, nicht nur ein paar Tausend Leute als Owner zu haben, sondern ihr Play Calling den Fans überlassen, die per App über den nächsten Spielzug abstimmen…

Drittens: Die Defense spielte auf hohem Niveau trotz der Ausfälle des dritten Safeties im Depth Chart. Andere hatten die Chance auf Big Plays und ganz besonders einer nutzt die: Bashaud Breeland, über den Niklas einen tollen Artikel geschrieben hat (Wie ein Golfcard Breeland zu den Packers brachte)! Auch Jaire Alexander, der Rookie (man kann es gar nicht oft genug sagen) hatte mal wieder ein überragendes Spiel und zeigte seine Klasse. Ganz großer Pick von GM Brian Gutekunst, jetzt schon! Und wir können nur hoffen, dass Defensive Coordinator Mike Pettine seinen Posten behält. In der Pressekonferenz letzten Donnerstag hat er schon angedeutet, als Defensive Coordinator weiterarbeiten zu wollen – in Green Bay oder sonstwo. Und er deutete auch an, dass es ihm hier viel Spaß macht. Michael Cohen (The Athletic) deutete in seinem Podcast auch nochmal an: Richtig gut wird die Defense unter einem neuen Defensive Coordinator erst im zweiten Jahr.

Und einen, der von so vielen Fans so viel Kritik erfährt, möchte ich jetzt mal noch ganz besonders loben: Randall Cobb. Ich bin einer derjenigen, die ihn immer verteidigt haben und die sein Gehalt (knapp $9.5 Mio dieses Jahr) als absolut (!) gerechtfertigt sehen, weil das nun mal der Preis für einen guten Slot Receiver ist. Fertig. Cobb zeigte wieder ein tolles Spiel, fing fünf Bälle für 43 Yards und einen überragenden Touchdown und blockte seine Gegenspieler beispielsweise bei einem Catch von EQ phänomenal. Und seine Körpersprache auf dem Platz war nicht zu übersehen, insbesondere bei dem Trubel nach dem Slide von Rodgers, als er voll mitmischte und seinen Quarterback verteidigte.

Ein Spieler, den man mittlerweile mit Fug und Recht als Fehlkauf bezeichnen kann, ist Jimmy Graham. Graham zeigte mal wieder sein non-existentes Spiel bei 2 Catches (von 5 Targes) für ganze 13 Yards. Ich glaube, man muss so langsam einsehen, dass dieser Tight End Kauf ein Fehlschlag auf ganzer Linie war, insbesondere für den Preis. Und ganz ehrlich: Seit Jared Cook hatten wir keinen überzeugenden Tight End mehr hier in Green Bay – und das ist eine Schande, wenn man bedenkt, wie wichtig die Position mittlerweile geworden ist. Müssen wir es eben nächstes Jahr nochmal in der Free Agency probieren, irgendwann haben wir ja alle durch.

Und sonst so?

Dass die Chemie im Team stimmt, konnte man auch an dem bei Cobb schon angesprochenen Tumult sehen: Rodgers rannte zu einem neuen First Down und slidete dann zu Boden und wurde dabei von einem Defender der Falcons noch getroffen. Kein Foul, aber die Reaktion der O-Line bewies, wie sie hinter ihrem Quarterback stehen: Lucas Patrick und Corey Linsley rannten in voller Geschwindigkeit zu ihm und zeigten ihm, was man in Green Bay nicht machen sollte: Rodgers attackieren. Der zeigte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erfreut: Vor einiger Zeit, bei einem Spiel in Tennesse, wurde Rodgers nach einem Lauf in die Endzone spät getacklet und auch da gingen Davante Adams, Randall Cobb und die O-Line sofort auf den Defender los – ein Clip, den Rodgers sogar auf seinem Handy gespeichert hat!

Nun gilt: Wir sind noch nicht aus dem Playoff-Rennen draußen und auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht allzu hoch ist, warum nicht einfach gegen die Bears gewinnen? Ich bin mir sicher, dass da kein Packers-Fan der Welt etwas dagegen hat. Und dann schauen wir, was passiert.

Die Vikings müssen noch zweimal verlieren, alle anderen Teams noch einmal – beispielsweise diese Woche gegen die Saints und Rams, die beide etwas gut zu machen haben nach letzter Woche…

Und Joe Philbin: Das mit den Challenges war ok so ;) – auch wenn’s nicht geklappt hat.