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First Down Green Bay – Mein Trip zu den Packers

Aus dem Archiv vom November 2017.
Der folgende Bericht ist ein Gastbeitrag von Alexander Lackmayer.
Er ist wöchentlich in seinem Fantasy-Football-Podcast “Stoned Lack” (hier verlinkt) zu hören.
Hallo Leute, ich hatte in den Wochen das Privileg, mir einen Traum zu erfüllen und zwei Spiele der Green Bay Packers live zu sehen. Hier ist mein Bericht hierzu, hauptsächlich um euch zu motivieren, das gleiche zu tun und nach Holy Lambeau zu fahren.

Zuerst zu meiner Person, ich heiße Alex, bin 30 Jahre alt und seit einer Amerika Reise im Alter von 10 Packers Fan. Damals habe ich wenig verstanden, was ich hier schaue, aber es sah cool aus und nachdem all meine Freunde Broncos Fans waren, wollte ich Packers Fan sein. Warum ich dann wirklich Fan geworden bin und die Mannschaft bis heute unterstütze kann ich nicht genau sagen, aber so ist es wohl, wie man Fan einer Mannschaft wird. Es ist wie mit einem Mädchen, man kann es nicht erklären, man spürt es. Und wenn der erste QB den du siehst Favre ist, ist es sehr schwer nicht Packers Fan zu werden.

Meine Freunde und ich haben schon mehr als 2 Jahre von einer Football Reise gesprochen, doch 2017 sollte es endlich so weit sein. Sobald der Schedule im April 2017 releast wurde, wussten wir, es muss Week 10 werden. Sonntag 12.11.2017 Packers at Bears; dann rauf nach Wisconsin und am 19.11.2017 Ravens at Packers gucken. Die Organisation ist dank Internet heutzutage kein Problem mehr. Flüge waren schnell gecheckt und auch die Tickets waren schnell erledigt, wenn auch teuer. Sehr teuer sogar, aber ohne Ticket hätten wir nie den flug gebucht und so hatten wir nach einem erfolgreich gebuchten Air BnB alles beisammen. Im Nachhinein kann man ruhig etwas pokern mit den Tickets, man bekommt sicherlich welche und muss sie nicht so weit im Vorhinein buchen, da kann man sich paar Hundert Euro sparen, nur als Tipp. Das schlimmste war jetzt nur mehr das Warten, bis die 7 Monate bis November vorbei gehen. 

Irgendwann hatten wir es dann doch geschafft und kamen in Chicago an, einen Tag vor Spieltag. Dank Jetlag konnten wir auch früh raus und noch Tailgating Atmosphäre schnuppern. Hier ein weiterer Tipp: deckt euch für sowas am Tag davor ein, in Chicago darf man am Sonntag vor 11 kein Bier verkaufen und so waren wir in Packers Fan Gear auf dem Bears Parkplatz unterwegs und wollten Bears Fans, die alle ihre Griller, spontan zusammen gebauten Bars und Trucks zur schau stellten, um Bier bitten. Und siehe da, gleich der erste Bears Fan gab uns was und verlangte dafür aber keinen Cent.

Zitat:

Give the money to the church.

Überhaupt ist es unglaublich, wie freundlich die Amerikaner im mittleren Westen sind. Manche mögen meinen das sei aufgesetzt und oberflächlich, wir hatten einfach nur eine tolle Zeit mit ihnen und konnten es kaum glauben wie freundlich die rivalisierenden Fans zueinander waren. Von Polizei war nichts zu sehen, ein riesiger Unterschied zu Europa, wo rivalisierende Fans an zwei Enden der Stadt verfrachtet werden müssen, damit sie sich nicht aufs Maul hauen.

Eintritt zum Stadion sowie die Anreise war problemlos und längere Warteschlangen sind Fehlanzeige. Der Eintritt ins Stadion kann man gar nicht beschreiben…

Ein Football Spiel dann mal live zu sehen ist was ganz anderes. Aber dank den Video Leinwänden war das kein Problem und man verliert nichts an Qualität, es ist nur toll zu sehen, wie man als Football erprobter Seher dann endlich sehen kann, wie der QB das Feld sieht und was die Defense so macht. Vor allem die Pre Snap Movements machen das alles jeden Cent wert und man ist im Nachhinein was Football betrifft um einiges klüger. Die Partie war aus Sicht der Packers natürlich ein Traum, und da ich nie mit einem W (Win) rechnen konnte, musste ich die im 4ten Viertel fliehenden Bears Fans etwas verarschen.

Nach dem Spiel gab es reichlich Möglichkeit mit anderen Packers Fans zu feiern. Dienstag dann ein persönliches Highlight. Ich höre sehr gerne NFL Podcasts, mache selber auch einen Fantasy Football Podcast (www.facebook.com/StonedLack) und habe so bei der Radio Show Wilde and Tausch auf 540 ESPN Millwaukee eine Mail geschickt, nachdem die Fans aufgerufen worden sind zu schreiben warum sie „the hardest working fan“ sind. Ich wurde auserwählt und hatte die Ehre ein Interview zu geben….hört selbst.

Ich will euch hier nicht mit unseren restlichen Sauftouren durch Chicago langweilen und spule bis Freitag vor als wir unsere Reise nach Wisconsin starteten. Allerdings muss ich sagen dass Chicago eine unfassbar schöne Stadt mit faszinierender Architektur ist und mehr als nur zu empfehlen ist. Zwei Daumen nach oben. Als Stadtmenschen, die alle in der Gruppe sind und waren, wurden wir auf unserer Reise nach Wisconsin dann kalt erwischt. Wir wussten schon dass es dort ruhiger sein wird aber Wisconsin präsentierte sich als absolute Einöde und Kaff. Alles was man aus Filmen wie zb Fargo kennt, stellte sich als wahr heraus. Felder, Wälder und Straßen, zwischendurch ein Hauch von Großstadt (Millwaukee) bis man dann in Green Bay ankommt und schon Lambeau Field sieht. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Wir hatten ein kleines Häuschen gebucht über airbnb in De Pere (15 auto Minuten von Lambeau entfernt) und bekamen small town American vom allerfeinsten präsentiert….das ganze war so echt, dass die Familie scheinbar ihr Haus für Packers heim spiele vermietet und zu den Eltern zieht denn alles war so, als wäre die Familie erst vor 3 Minuten aus dem haus gegangen.

Unser Host Debra gab uns fantastische Tipps für das Shoppen von Packers Gear (Shopko heißt der Laden) und so deckten wir uns mal mit noch mehr Dingen ein als wir sie sowieso schon hatten. Samstag dann das erste highlight, die Tour durch das Stadion. Ich will euch gar nicht zu viel verraten, aber ihr müsst das machen Leute. Wenn man seit Jahren das alles im TV sieht und sich dann mal diesen Traum erfüllt., ist das ein spezielles Feeling! Die Tour ist super zusammengestellt inkl. Besuch auf dem Dach und dem Feld von Lambeau Field. Hier darf man sich zwar kein Stück Rasen mitnehmen aber bei diesem Foto habe ich paar Grashalme abreißen können und habe mir diese in meine Geldbörse gegeben. Packers Fans werden das verstehen. 

Dann gleich weiter in die Packers Hall of Fame, eine Mischung aus eben dieser und einem fantastisch zusammengestellten interaktiven amüsanten und lehrreichen Museum über die Packers. Erst danach versteht und spürt man vor allem auch die Geschichte dieser Mannschaft. Denn wo sonst kann so ein winziges Dorf in einer Liga mit New York und Los Angeles spielen. Wenn man das dann mal von der Geschichte her bertrachtet, ist es noch faszinierender und gleichzeitig unerklärlich. Man muss sich vorstellen, Cottbus spielt jedes Jahr um die Champions League mit. Das ist der beste Vergleich der mir eingefallen ist.

Packers Hall of Fame
Die Lombardi Trophys
Aaron Rodgers’ Draft-Karte
Packers Hall of Fame

Dann wurde unser Konto noch im Packers Pro Shop strapatziert. Das muss man gesehen haben, hier gibt es alles worauf man ein großes G drucken kann, sogar etwas fürs stille Örtchen. Ich musste mir natürlich ein Throwback Jersey besorgen inkl. anderem Gear.

Sonntag dann natürlich das Highlight: Gameday im Lambeau Field. Wir wollten früh dort sein und diesmal hatten wir Verpflegung dabei. Es war um einiges einfacher als in Chicago sich mit den Packers Fans anzufreunden, liegt sicher daran dass ich diesmal die Farben der Heimmannschaft trug aber die Wisconsin natives präsentierten sich wie angekündigt: als furchtbar nette und offene Menschen die vor allem davon fasziniert waren, dass wir aus 10000 km gekommen sind um das Team aus den Dorf spielen zu sehen. So spielten wir mit ihnen Cornbag und exten ein Bier (angeblich eine Tailgate Pflich). Stimmung beim Packers Tailgaten ist unfassbar. Party total, sofort ist man mit jemandem im Gespräch, sofort ist man Teil der Gruppe. Beim Eintritt ein weiteres mal Sprachlosigkeit. Dadurch dass es nur ganze Bänke gibt und das Stadion nie neu gebaut sondern nur erweitert wurde kann man sich sehr leicht vorstellen wie das alles hier früher ausgesehen hat und man spürt richtig die Geschichte dieses Ortes. Man sieht Bart Starrs Sneak in die End Zone von 1965 direkt vor seinem Auge. Faszinierend.

Das Spiel selber war eine Katastrophe und etwas enttäuscht war ich von den Packers Dans schon. Ich wollte bei jedem defensive Snap aufstehen und Lärm machen, für die stadion Feher für die das nicht gerade eine „once in a lifetime“ Experience war, war ich somit eher ein Störenfried. War mir aber vollkommen egal. Ich hatte mir einen Traum erfüllt und je näher wir dem Ende des Spiel entgegen kamen, umso trauriger war ich und nach dem Spiel überkamen mich mit steigendem Alkoholpegel die Emotionen. Wir alle wussten, dass wir etwas gemacht haben von dem viele nur reden und auch wir hatten lange nur geredet. Wir hatten das Privileg in eine andere Welt einzutauchen und Erinnerungen fürs Leben zu bekommen. Dafür danke ich den Packers Fans und den Green Bay Packers. GO PACK GO!!!

Ich hoffe ich konnte euch etwas Lust auf einen Trip nach Wisconsin machen!

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