Allgemein Christian Offseason 2019

Ein Packers-Special-Teamer als Super Bowl-MVP

Dieser Beitrag ist von Christian, der neu im Autoren-Team der Packers Germany dabei ist und ab sofort für packerfans.de schreiben wird.

Der Super Bowl LIII ist Geschichte, der MVP ist gewählt und wie so häufig in den letzten Jahren ging die Trophäe (zum 14. Mal in den letzten 16 Jahren) an einen Offensivspieler. In den sozialen Medien streiten die Gelehrten und Fans darüber, ob Julian Edelman ein würdiger MVP ist oder es vielleicht doch jemand anderes verdient hätte – etwa Gilmore oder doch Brady bzw. Gronk? Nun gut, die Diskussion ist müßig, aber interessant ist die Sichtweise auf einen möglichen MVP der Rams, denn der Name Johnny Hekker stand hoch im Kurs. Ein Special Teamer als MVP – das wäre eine Sensation gewesen. Denn in der Historie des Super Bowls gab es bisher erst einen “Spezi”, dem diese Ehre zuteil wurde. Und zumindest die Älteren unter den Packers-Fans werden den Namen kennen. Die Rede ist natürlich von Desmond Howard.

Die Jüngeren ziehen sicherlich die Stirn kraus, der eine oder andere wird den mittlerweile 48-Jährigen möglicherweise von College-Übertragungen kennen. Ansonsten ist Howard unter den ganzen MVP-Superstars zumindest im deutschsprachigen Raum ein graues Mauerblümchen.

In den USA jedoch, da war Howard als Kick- sowie Punt-Returner eine ganz große Nummer. Er konnte auch Receiver spielen und hat immerhin eine 700yd-Saison bei den Redskins in seinem Record stehen, doch wer fast 11000 Return-Yards sein Eigen nennen darf, dem ist der Stempel als Specialist wohl nicht zu nehmen. Und vor allem seine Performance im Super Bowl XXXI ist da wohl absolut outstanding.

Die Zahlen lesen sich beeindruckend: 90 Punt Return-Yards, 144 Kick Return-Yards und ein Kick Return-Touchdown über 99 Yards zum entscheidenden 33:21 für die Packers. Überragend! Dass Howard damit zum MVP wurde, ist aufgrund der Stats sicherlich nicht überraschend. Doch wenn man die Leistung von Brett Favre (208 Yards/2 TD/0 INT) dagegen legt und dann auch anmerkt, dass die NFL gerne ihre Superstars in den Vordergrund stellt, dann ist die Wahl dennoch überraschend.

Wie auch immer: Desmond Howard ist ein verdienter MVP des Super Bowl XXXI gewesen! Und er hat damit Historisches geschafft, denn 1997 war er der erste Special Teamer, dem dies gelang, und bisher ist er auch der Einzige. Ebenfalls historisch: seine 875 Punt Return-Yards sind NFL-Rekord!

Nach dem Super Bowl-Sieg verließ Howard, welcher vor der Saison aus Jacksonville kam, Green Bay und schloss sich den Oakland Raiders an. Auch dort lieferte der Mann aus Ohio ab und kehrte 1999 nach zwei starken Spielzeiten zu den Packers zurück. Allerdings konnte das nur 1,78m kleine Kraftpaket nicht mehr an seine vorherigen Leistungen anknüpfen und wurde noch im Laufe der Spielzeit gecuttet. Es folgten drei gute Jahre bei den Detroit Lions, ehe Howard seine Karriere in Motor City beendete.

Übrigens: Desmond Howard steht in einer Reihe mit Marcus Allen, Jim Plunkett und Roger Staubach. Diese vier Spieler sind die Einzigen, welche sowohl die Heisman-Trophy wie auch die Super Bowl-MVP-Trophäe für sich beanspruchen dürfen.

LEAVE A RESPONSE

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere