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Ein Viertel der Packers-Saison in vier Vierteln

Man mag es kaum glauben, aber das erste Viertel der Saison ist bereits vorüber. Die Packers haben am Donnerstag im Thursday Night Game die Bears deutlich mit 35:14 besiegt. Aaron Rodgers warf dabei zwar nur für 169 Yards, dafür aber gleich für 4 Touchdowns. Den anderen Touchdown besorgte Rookie RB Aaron Jones, der sich dafür auch anständig mit einer Lambeau Leap feiern ließ.

Die bisherige Saison in vier Vierteln

Erstes Viertel: Die Spiele.

Rückschau auf die Seahawks, Falcons und Bengals. (Bears ist in Arbeit.) Die Packers haben bisher alle drei Heimspiele gewinnen können. Einzig ihr Auswärtsspiel im neu eröffneten Mercedes Benz Stadium bei den Falcons verloren sie deutlich mit 34:23 (dabei sieht das Ergebnis deutlich besser aus, als das Spiel eigentlich war).

Die Packers starteten furios in die Saison, mit einem Defensiv-Spektakel von Mike Daniels und Nick Perry, bei dem sie die Seahawks bei neun Punkten halten konnten.

Gegen die Bengals half dann vor allem ein Comeback in der zweiten Hälfte in der Saison, mit dem die Packers einen späten Overtime-Sieg retten konnten.

Zweites Viertel: Die Rookies.

Keiner erwartete von den ersten beiden Picks der Packers, Josh Jones und Kevin King, dass sie so früh in der Saison den großen Schritt in die Startformation machen würden. Aber genauso kam es: Josh Jones, zur Zeit vor allem als Linebacker im „nitro package“ (Nickel Defense der Packers mit 5 defensive backs,die eigentliche Hauptformation der Packers) eingesetzt, zeigte vor allem im Spiel gegen die Bengals, dass er den Job zu Recht hat: Gleich zwei Sacks standen am Ende des Spiels auf seiner Habenseite. Mit ein wenig mehr Erfahrung wird er wohl das „Schweizer Taschenmesser“ der Defense werden.

Kevin King hingegen, durfte zum ersten Mal „richtig“ gegen die Falcons ran. Er konnte sein Gegenüber Julio Jones (in der Zeit, in der er auf dem Platz war) gut in Schach halten: Jones verbuchte keinen einzigen Fang bei vier Würfen auf ihn. (sonst: 5/5 für 108 Yards, keinen TD). King war zwar gegen die Bengals etwas schwächer, er sah aber nie hoffnungslos langsam im Vergleich zu seinem Gegenüber aus, wie zum Beispiel LaDarius Gunter letzte Saison. In ihn und seine Geschwindigkeit darf man wohl mit Recht einige Hoffnung stecken.

Die Running Backs hatten bisher noch nicht viel Zeit zum Glänzen: Ty Montgomery stand mit Abstand zu allen anderen RBs in der NFL die meiste Zeit auf dem Platz. Jamaal Williams hatte in allen Spielen ein klein wenig Spielzeit, allerdings nie mehr als fünf Mal. Bei insgesamt 9 Rushing Versuchen erzielte er 32 Yards (3.6 im Durchschnitt und ein schwacher Wert). Aaron Jones, hatte lediglich im Spiel gegen die Bears insgesamt 13 Mal den Ball, und das auch nur, weil Ty Montgomery und Jamaal Williams verletzt ausfielen (siehe nächster Punkt). Dabei konnte er 49 Yards erzielen (3.8 Average, für sein erstes NFL-Spiel überhaupt in Ordnung, wenn man bedenkt, dass gegen Ende jeder wusste, dass die Packers jetzt laufen würden.) Außerdem hatte er die Ehre, als erster Rookie der Packers dieses Jahr einen Touchdown zu erzielen!

Drittes Viertel: Die Verletzungen.

Man kann es kaum glauben, aber die Packers machen genau da weiter, wo sie letztes Jahr aufgehört haben: Bei den Injury Reports, die bald nicht mehr auf eine Seite passen.

Die O-Line ist so verletzungsgeschwächt, dass gegen die Bears vier Guards und ein Center auf dem Platz standen, ganz einfach, weil alle Tackles verletzt sind.

#PackersInjuryReport vom Mittwoch mit Game Status

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Drei Tackles stehen sogar schon auf Injured Reserve. So ist eine Position, die man vor der Saison zwar nicht als sehr stark bei den Ersatzleuten, aber dennoch recht tief eingeschätzt hat, so stark geschwächt, dass die Packers mittlerweile dabei sind, Tackles von Practice Squads von anderen Teams nachzuverpflichten.

Auch in der Defense sind oder waren drei Starter schon verletzt: Mike Daniels, der die letzten Spiele nicht spielen konnte und dauerhaft als „questionable“ gelistet ist, Nick Perry, der sich den Finger gebrochen hat und wie letztes Jahr mit einem großen Verband um die Hand und den Arm spielt (Fun Fact: Perry hatte in mehr als einem Viertel der Spiele für die Packers so einen Verband) und Davon House, der eigentliche starting Cornerback.

Selbst im letzten Spiel verletzten sich noch einige Key Player: Ty Montgomery brach sich die Rippen (könnte aber sogar schon nächste Woche gegen Dallas zurückkomen), Jamaal Williams, Davante Adams wurde gegen Ende des dritten Viertels von Danny Trevathan mit dem Kopf voraus umgemäht, war kurzzeitig bewusstlos, wurde ins Krankenhaus in Green Bay gebracht, ihm geht’s aber wohl den Umständen entsprechend wieder besser. (Trevathan wurde dafür für zwei Spiele von der NFL gesperrt.)

Viertes Viertel: Der Ausblick.

Die Packers stehen jetzt bei 3-1 Siegen, einer davon gegen einen als stark einzuschätzenden Gegner und haben nach dem Spiel eine „mini bye week“ von 10 Tagen.

Nach einem Viertel der Saison bei 3-1 würde bei einem weiteren Verlauf 12-4 am Ende der Saison bedeuten. Wärt ihr damit zufrieden?

Ein 12-4 (zwei Siege mehr als letzte Saison) scheint euch also zu reichen. Schauen wir mal in die Statistiken: In den letzten zehn Jahren hätte ein 12-4 acht Mal zum Gewinn der NFC North gereicht (2011 Packers 15-1, 2007 Packers 13-3). Außerdem wäre man bis auf 2011 immer mindestens auf Platz #3 in der NFC, meistens auf Platz #2 gelandet und hätte damit zumindest bis vor dem NFC Championsship Game Heimvorteil.

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