Allgemein Kolumnen Offseason 2018

Die Reise der EU zu den Packers

Was hat die EU mit den Green Bay Packers zu tun? Auf den ersten Blick recht wenig. Auf den zweiten Blick allerdings ein wenig mehr…

Aaron Rodgers wird bis zum Beginn des Trainingcamps Ende Juli einen neuen Rekordvertrag haben. Das ist ein Fakt und daran lässt sich nicht rütteln. Praktischerweise ist gerade die Tiefschlafphase der NFL und außer der Knie-Posse gibt es für die vielen Reporter, die sich hauptberuflich mit den Teams beschäftigen, wenig zu berichten. Darum stürzen sie sich auf alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Zum Beispiel den Vertrag von Aaron Rodgers.

Wie verschiedene Medien berichten, unter anderem mehrmals Ian Rapoport vom NFL Network, will Aaron Rodgers in seinem Vertrag „eine neue Art der Selbstbestimmung“ – was auch immer das heißen mag. Die Rede ist von einer Opt-out Klausel. Hier kommt die EU ins Spiel: Seit dem 25.5. muss nach der neuen DSGVO jede Website (auch diese hier) eine Opt-Out Möglichkeit für das Sammeln von Daten bereitstellen. Das findet ihr hier beispielsweise heraus, indem ihr bei der Cookie-Meldung auf „ablehnen“ drückt. Dann seid ihr nicht länger auf dieser Website. Ihr habt also die Möglichkeit, euch daraus zurückzuziehen. Gleiches will laut @Rapsheet Aaron Rodgers für seinen Vertrag: Die Möglichkeit, seinen Vertrag zu beenden und zu einem anderen Team zu wechseln. Das ist aus so vielen Gründen völliger Unsinn und wird niemals passieren, dass ich hier mal einige aufzählen will:

  1. Aaron Rodgers hat mehrfach (!) betont, dass er seine Karriere als Packers beenden will. Warum also eine Opt-Out Klausel fordern?
  2. Aaron Rodgers hat das auch bewiesen, in dem er in dem Staat, in dem er spielt, ein Basketball-Team (na gut, teilweise) gekauft hat!!
  3. Die Packers werden das niemals zulassen. Natürlich kann Rodgers alles Geld der Welt fordern, aber so eine Opt-Out Klausel werden sie nie im Leben zulassen – ein Spieler, der seinen Vertrag selbst beenden kann? Niemals! Und die Verhandlungsposition ist gut, denn Rodgers hat noch zwei Jahre in seinem Vertrag übrig und viel länger als zwei Jahre danach wird er wohl nicht spielen – das beudetet zwei Jahre unter dem Franchise Tag. Das wollen zwar weder die Packers noch Aaron Rodgers, doch an der Verhandlungsposition ändert das überhaupt nichts – besser Rodgers damit halten, als ihn ziehen zu lassen, auch wenn es bei diesem Plan einige Unwägbarkeiten gibt (wird es mit dem neuen CBA, also dem Abkommen zwischen Spielern und NFL, überhaupt noch den Franchise Tag geben?).
  4. Rodgers‘ Vertrag könnte durchaus anders gestaltet sein als alle Verträge bisher – beispielsweise jährliche Erhöhung des Grundgehalts oder ein Vertrag über eine kurze Laufzeit mit einer automatischen Verlängerung in bestimmten Fällen inklusive Gehaltserhöhung – das ist aber alles reine Spekulation.
  5. Das Statement von Aaron Rodgers, in dem er angibt, dass weder er noch sein Agent diese Informationen durchgestochen haben. Gleichzeitig gibt er ironisch an, dass das wohl jemand „aus seinem nahen Umfeld“ gewesen sein müsste, wie die Standardformulierung von Reportern bei dieser Art von Neuigkeiten immer lautet. Wenn aber weder Rodgers noch sein Agent diese Meldung durchgestochen haben, wer dann? Die Packers sind von dieser Art von Neuigkeiten ganz sicher nicht erfreut. Wer also? Das ist die große Frage und die wahrscheinliche Antwort ist, dass es sich jemand ganz einfach ausgedacht hat. Passieren wird es allerdings nicht.

Dieser Beitrag ist eine Meinung von @KaesekopfDE. Er stellt nicht die Meinung der gesamten Redaktion dar. Wenn ihr eure Meinung dazu abgeben wollt, schreibt einfach einen Kommentar oder unter diesen Post beim Sozialen Netzwerk eurer Wahl.

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