Allgemein Rückschau

Die aktuellen Probleme bei den Packers

Nach der Niederlage gegen die Saints haben die Packers glücklicherweise eine Woche mehr Zeit, um ihre Wunden zu lecken. Aber innerhalb von Lombardi Avenue wird auch viel geredet werden müssen.

Beim Spiel gegen die Saints waren die Abstimmungsprobleme offensichtlich. Die Defense rannte eine halbe Sekunde vor dem Snap noch vogelwild durch die Gegend und sehr oft stimmte nicht nur die Zuordnung nicht, sondern auch die eigene Ordnung innerhalb des Teams. Eine Mannschaft, die in Woche 7 einen Touchdown bekommt, weil nur 10 Spieler auf dem Feld stehen, hat ein Kommunikationsproblem, und zwar kein kleines.

Die Gründe und die Schuldfrage

Es ist natürlich nicht möglich, genau den einen Schuldigen auszumachen. Dafür spielen viel zu viele Faktoren eine Rolle. Liegt es daran, dass Morgan Burnett verletzt ist, der normalerweise den Helm zur Kommunikation aufhat? Liegt es daran, dass Dom Capers nicht an der Seitenlinie steht, sondern weit oberhalb des Spielfeldes sitzt? Liegt es daran, dass die Packers ein furchtbar kompliziertes Scheme in der Defense haben und bei jedem Wechsel des Offensivpersonals selbst wechseln müssen? Das ist nicht abschließend zu klären.

Was aber ganz klar ist: So kann es nicht weitergehen. Ohne die Verletzung von Aaron Rodgers würden diese Probleme nicht so sehr in den Vordergrund drängen. Mit Aaron Rodgers hätte man dieses Spiel gewonnen. Rodgers macht nicht nur die Offense besser, sondern überdeckt auch Schwächen auf der defensiven Seite des Balls. Die Kollegen vom Titletown Podcast, die im Stadion waren für dieses Spiel, haben sogar beobachtet, wie Kevin King vor dem Snap Damarious Randall anschreit und ihm sagt, wo er hin und wen er verteidigen soll. King, der Rookie…

Eigentlich gutes Personal vorhanden

An schlechten Spielern liegt es nicht: Unsere Front 3 gehört – von der Qualität der Spieler – mit zu den besten in der NFL. Kenny Clark (der ist gerade mal 22(!!!!!!)) und Mike Daniels spielen dieses Jahr überragend. Clay Matthews, so hat man fast den Eindruck, hat seine jugendliche Frische wiedergefunden, Nick Perry spielt zuverlässig und Blake Martinez macht jedes Play. Kevin King ist schon jetzt zum Nummer-1-Cornerback aufgestiegen, Davon House macht seinen Job ordentlich und selbst Damarious Randall spielt in den letzten Wochen alles andere als schlecht und durfte bei zwei Interceptions den Ball sogar einmal zum Touchdown zurücktragen.

Kommunikation

Die Kommunikation ist das Problem. Wer bei jedem Spielzug sein Personal durchwechselt, wer hunderte Möglichkeiten hat, seine Spieler aufzustellen, wer Rookies gefühlt auf fünf verschiedenen Positionen spielen lässt, der muss klar und direkt kommunizieren.

Was nicht passieren darf: Die Spieler verstehen den Call nicht, wissen nicht, was sie tun müssen und bekommen das Big Play (am besten noch bei 3rd & long).

Was passiert: Genau das. Und dann verliert man gewinnbare Spiele, wie das gegen die Saints.

Play Calling

Mike McCarthy ist kein schlechter Coach. Sonst wäre er nicht da, wo er ist und er wäre es nicht schon so lange. Er weiß, was er tut. Er weiß um die Gefahren und das Risiko, lange Pässe downfield für einen neuen Quarterback anzusagen. Er weiß, wie schlecht für die Psyche es ist, wenn man in seinem ersten Spiel Interceptions sammelt. Aber manchmal sollte er vielleicht ein klitzekleines bisschen mehr Risiko gehen. In der Pressekonferenz nach dem Spiel hat er gesagt, dass die Niederlage auf seine Kappe geht. Das stimmt nicht ganz, Brett Hundley hatte auch keinen guten Tag, er hat ein paar freie Spieler übersehen und einige schlechte Würfe angebracht. Das wird McCarthy aber natürlich niemals sagen, er braucht Selbstvertrauen bei seinem Quarterback. Er hat aber auch Recht damit. In der ersten Hälfte spielten die Packers guten Football, Aaron Jones rannte wie ein Irrer das Feld runter, wie man es bei den Packers seit langer, langer Zeit nicht mehr gesehen hat. Auch Hundley hatte einige gute Würfe.

In der zweiten Hälfte allerdings blieben die Packers viel zu konservativ. Dann, als es darauf ankam, hätte McCarthy auch mal den tiefen Pass ansagen müssen.

Fazit

Die Niederlage geht nicht (nur) auf die Kappe von McCarthy, sie ist auch Brett Hundley und der gesamten Defense anzulasten, die besonders bei 3. Versuchen einen grausamen Job gemacht hat.

Hauptschuldiger meiner Meinung nach ist aber nicht McCarthy, der weiß, dass noch einige Spiele ohne Rodgers auf dem Plan stehen und man seinen Quarterback langsam aufbauen muss, insbesondere dann, wenn jetzt die Bye Week da ist (Brett Hundley ist nach Berichten übrigens in Green Bay geblieben, obwohl er eigentlich frei hat). Hundley wird noch lernen.

Hauptschuldiger ist Dom Capers. Sein Scheme ist – gerade jetzt, mit den Verletzungen – zu kompliziert, zu vielfältig und zu verwirrend. Seine Calls bringen mehr Verwirrung als Klarheit. Er muss Entscheidungen treffen. Sollen die Packers Man Coverage spielen? Dann dauerhaft! Oder Zone? Dann eben das! Aber nicht jeden Spielzug wechseln, das kann nur schief gehen.

Größte Hoffnung ist Aaron Jones, der jetzt die Offense tragen muss. Das ist viel Verantwortung für einen Rookie, aber wenn er so weiter spielt wie bisher, werden auch wieder Siege für die Packers herausspringen.

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