Allgemein Chris Offseason 2019 Rückschau

Defensive Line ’18 – Rückblick auf die Positionsgruppen

In unserer Rückschau auf die vergangene Saison schauen wir uns die einzelnen Positionsgruppen noch einmal im Detail an. Bisher erschienen sind die Tight Ends und die Wide Receiver.

Als in der Offseason bekannt gegeben wurde, dass Muhammad Wilkerson die Defensive Line der Packers rund um Mike Daniels und Kenny Clark verstärken wird, zählten viele Experten den Dreierverbund in der Front zu den besten der NFL. Nach drei Spieltagen – in der die Line jedoch eher mäßig spielte – wurde diese jedoch bereits auseinander gerissen, als Wilkerson sich schwer am Fußgelenk verletzte und seine Saison somit beendet wurde. Auch im weiteren Verlauf des Jahres zählte die D – Line der Packers zu den Positionen, die am meisten Verletzungen erlitten. Dadurch kamen viele bis dahin unerfahrene Spieler zum Einsatz.
Schauen wir uns die individuellen Statistiken der einzelnen Spieler an:

Seit Jahren Anführer der Defensive Line ist unbestritten Mike Daniels, der im Vorjahr verdient erstmals in den Pro Bowl gewählt wurde. Dementsprechend hoch waren sowohl seine eigenen Erwartungen, als auch die der Fans an den 29 – jährigen Veteranen. Leider nahm die Saison für Daniels nie die gewünschte Form an. Bevor er sich in Week 11 verletzte, konnte er in zehn Spielen nur 18 Tackles, sowie zwei Sacks und ein Tackle for Loss für sich verzeichnen. Jede dieser Statistiken bestätigt eine enttäuschende Saison unserer Nummer 76. Aufgrund der Tatsache, dass Daniels seit Jahren ein Leader und Motivator der Defense ist und sein Können eigentlich konstant bewiesen hat, ist es mehr als wahrscheinlich, dass er nächstes Jahr noch im Roster der Packers ist.

Der wohl talentierteste Defensive Lineman der Packers ist jedoch Kenny Clark. Das First Round Pick von 2016 schaffte im dritten Jahr in der NFL den endgültigen Durchbruch. Auch Clark verletzte sich am Ende der Saison, konnte im Gegensatz zu Daniels jedoch zuvor starke Statistiken aufweisen. Der 23 – jährige stellte in Tackles (55), Sacks (6), Tackles For Loss (8.5) und Fumble Recoveries (2) jeweils den Bestwert aller Defensive Linemen der Packers in der abgelaufenen Saison auf, obwohl er nur in 13 Spielen auflief. Auch ein Forced Fumble konnte er für sich verbuchen. Viele bewerten Clark als den stärksten Spieler der Defense im letzten Jahr. Sollten seine Leistung in der nächsten Spielzeit ähnlich stark beziehungsweise noch stärker sein, wird er mit Auslaufen seines Rookie Vertrags eine Menge Geld verlangen. Unbestritten wird unsere Nummer 97 in der kommenden Saison eine der Schlüsselrollen in der Packers Defense einnehmen.

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, lief die erste Saison von Muhammad Wilkerson in Green Bay absolut nicht nach Plan. Er selbst hatte sich nach Abschluss des 5 Millionen Dollar Vertrags, der nur ein Jahr Laufzeit enthält, einen Neuanfang versprochen, nachdem die vergangenen Jahre bei den Jets äußerst enttäuschend verliefen. Erst recht bei den Fans entfachte der Neuzugang Euphorie, da bedeutende Free Agent Signings unter Mark Murphy eher eine Rarität waren. Wilkersons Leistung nach nicht einmal drei Spielen (fünf Tackles) zu bewerten, wäre willkürlich. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der 29 – jährige Wisconsin nach nur einem Jahr wieder verlässt. Viele wünschen sich jedoch, dass das ehemalige First Round Pick noch eine weitere Chance in Green Bay bekommt, da er sich seiner relativ schlechten Verhandlungsbasis bewusst sein sollte. Dementsprechend wird Wilkerson auch keine Unmengen an Gehalt verlangen.

Im Gegensatz zu den drei Startern in der Defensive Line blieb Dean Lowry die ganze Saison verletzungsfrei und konnte in allen 16 Spielen in Uniform auflaufen. Ab Mitte der Saison spielte der Fourth Round Pick von 2016 – bedingt durch die zahlreichen Ausfälle – im Starting Lineup der Defense. Dabei konnte er 45 Tackles, drei Sacks, fünf Tackles For Loss, sowie jeweils ein Forced Fumble und ein recovered Fumble verzeichnen. Lowry spielte stets zuverlässig und machte keinen groben Fehler. Hingegen hat er auch in seiner dritten Saison bewiesen, dass sein Big Play Potential eher mittelmäßig ist. Als Backup ist der 24 – jährige jedoch überdurchschnittlich gut, was ebenfalls für die in der Tiefe gut aufgestellte Defensive Line der Packers spricht.

Ähnlich verliefen die Saisons von Tyler Lancaster und Montravius Adams, deren Einsatzzeiten auch stark vom Verletzungspech der anderen profitierten. Adams wurde 2017 in der dritten Runde gedraftet, durfte aber in der Vorsaison kein Spiel als Starter spielen und hatte nur in sieben Spielen überhaupt einen Einsatz. Während des Training Camps wurde er in den Medien mehrfach für seine Leistungen gelobt. Als Folge lief er dieses Jahr in allen 16 Spielen auf, war jedoch auch nur in einem als Starter gelistet. Dabei konnte der 23 – jährige ein Forced Fumble, 21 Tackles, ein Tackle For Loss und 1,5 Sacks für sich verbuchen.
Lancaster sah in seiner Rookie Saison sogar etwas mehr Spielzeit als Adams. Insgesamt bestritt er zwölf Partien, fünf davon als Starter. Der Nose Tackle brachte dabei 27 Tackles und ein Tackle For Loss zu Papier.
Spannend wird sein, inwiefern die beiden jungen Interior D – Liner in der zweiten Saison unter DC Mike Pettine eine Rolle spielen.

Als letzter Defensive Lineman wurde Fadol Brown im Dezember verpflichtet, nachdem er einen Tag zuvor von den Raiders gecuttet wurde. In Green Bay lief er immerhin in den restlichen vier Spielen als Backup auf und verzeichnete dabei 17 Tackles. Da Brown zum Saisonende nur als Lückenfüller geholt wurde, ist es unwahrscheinlich, dass er nächste Saison noch im Roster der Packers verbleibt.

Es ist extrem schwer zu sagen, was bezüglich der Defensive Line in der Offseason passieren wird. Sollte Wilkerson wirklich noch eine Chance erhalten, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Packers im Draft früh einen Interior D – Liner holen werden. Andersherum: Geht Wilkerson, ist nicht auszuschließen, dass die Packers bereits früh ein Talent der starken Defensive Tackle Class draften, obwohl der Bedarf an Edge Rushern eigentlich deutlich größer ist. So oder so zählt die Positionsgruppe bei den Packers zu den Vielversprechendsten in den kommenden Jahren, was zum Großteil mit den jungen Spielern rund um Kenny Clark zusammenhängt.

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