Allgemein Rückschau Vorschau

Chaos-Woche bei den Packers

Bei den Fans der Packers gibt es momentan nur ein einziges Thema: Das Drama rund um Martellus Bennett.

Hier noch einmal kurz alles Wichtige zusammengefasst: Die Packers entließen Bennett am Mittwoch, nachdem er gegen die Lions am Montag wegen einer Schulterverletzung nicht spielen konnte. Am Donnerstag wurde er von den Patriots über das Waiver Wire verpflichtet und am Freitag trainierte er bereits bei den Patriots mit, nachdem er zuvor zwei Wochen bei den Packers verletzungsbedingt nicht trainiert hatte.

Jetzt stellen sich natürlich viele die Frage, ob Bennett das alles von langer Hand geplant hat. Seine Motivation, bei den Packers zu spielen, dürfte mit der Verletzung von Rodgers nicht gestiegen sein. Seine Wunderheilung bei den Patriots dürfte allerdings Zweifel an der Version wecken, dass er wirklich verletzungsbedingt entlassen worden sei. Was jetzt für Green Bay spricht: Dass er trainieren kann und eventuell in naher Zukunft sogar spielen kann, hilft ihnen vor Gericht, wenn sie sein Gehalt zurückbekommen wollen.

Inzwischen hat Bennett darauf reagiert:

Seiner Aussage, dass der Arzt ihn dazu gedrängt haben soll, zu spielen, widersprechen aber einige Spieler und ehemalige Spieler der Packers heftig. Selbst Jordy Nelson, der sonst kaum öffentlich zu brisanten Themen Stellung nimmt, meldet sich zu Wort.

Und zum Ende der Geschichte noch meine kurze Zusammenfassung der Lage auf Twitter:

 

Rückschau

Allerdings ist diese Woche noch mehr passiert: Die Packers verloren in demütigender Art und Weise gegen einigermaßen starke Lions. In der Offense sah das Spiel hauptsächlich vorsichtig aus, alle erlaubten sich einige Fehler.

McCarthys Play Calling war erneut vorsichtig, aber ein bisschen mutiger und auch Brett Hundley macht langsam Fortschritte. Dass er allerdings schon drei Jahre in der NFL ist und dort trainiert, merkt man ihm wirklich nicht an. Er hat sehr großen Respekt vor dem gegnerischen Pass Rush und macht viel zu selten die ein, zwei Steps in die Pocket, um einen stabilen Wurf abliefern zu können. Bei einigen wenigen Szenen konnte man das Potential seines Arms erahnen, aber er wirft viel zu oft seinen ersten Read an. Wenn der nicht frei ist, scramblet er und findet häufig keinen freien Mann.

Viel schlimmer als die vorsichtige Offense war aber die Defense. Bei dritten Versuchen kamen die Lions viel zu oft zum neuen Versuch, und auch dass sie viermal mehr als 10 Yards vom neuen First Down entfernt waren, hielt sie dreimal nicht von einem neuen First Down ab. Einmal kamen sie lediglich zum Field Goal. Zum Vergleich: Die Packers schafften 0 von 4.
Die eigene Unfähigkeit, nach häufig guten First Downs und teilweise auch Second Downs den Sack zuzumachen, machte es den Lions um Matthew Stafford leicht.

Ein weiteres Problem: Der Pass Rush bzw. genauer: der nicht vorhandene Pass Rush. Stafford hatte in der Pocket gefühlt jahrelang Zeit. Das macht es der Secondary extrem schwer, denn die Receiver über lange Zeit zu decken, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Eigentlich ist das die Spezialität von Aaron Rogers: Spielzüge zu verlängern. Nur: Stafford musste nicht einmal scramblen, er konnte einfach stehen bleiben.

Vorschau

Das kommende Spiel gegen die Bears (Sonntag 19 Uhr, live bei DAZN in der Redzone-Konferenz und mit dem Gamepass) ist ein Endspiel, allerdings eins ohne Siegmöglichkeit. Wenn die Packers verlieren, ist die Saison gelaufen und Rodgers kann sich genug Zeit lassen. Wenn die Packers gewinnen, ist es nicht mehr als ein (Pflicht-) Sieg, wenn man in die Playoffs kommen will.

Genug Motivation sollten die Packers haben: Noch mit Rodgers holten sie zum ersten Mal in diesem Jahrtausend mit dem Sieg in Lambeau Field einen Vorsprung in der Serie der Aufeinandertreffen heraus, den gilt es jetzt zu verteidigen.
Auch die Sache mit Bennett könnte den Locker room getreu dem Motto: Jetzt erst Recht zusammenschweißen.

Die Packers haben die Chance, der Welt zu zeigen, was für eine Einheit sie sind.

Den schwachen Pass Rush könnte jemand verstärken, der diese Saison erst ein paar Snaps bekommen hat: Rookie Vince Biegel. Sein Coach sagte über die 18 Snaps, die er gegen die Lions auf dem Platz stand, dass er bei 17 davon ein „+“ notiert habe.

Wie gewinnen die Packers?

Wenn Mike McCarthy das Playbook ein wenig mehr öffnet, seiner Kreativität freien Raum lässt (sofern er die hat) und Hundley – gestärkt durch ein ordentliches letztes Viertel gegen die Lions – endlich aufdreht, sieht es auf der offensiven Seite vielversprechend aus.
Die Running Backs müssen mehr Snaps bekommen, Aaron Jones hatte nur lächerliche vier davon, Ty Montgomery fünf.

Weiterhin muss der Pass Rush sich verbessern, dann haben die Defensive Backs mit den soliden Rookies Kevin King und Josh Jones und dem überraschend starken Damarious Randall leichteres Spiel. Es kann also sein, dass Vince Biegel in seinem ersten NFL Spiel mit einer relevanten Zahl an Snaps bereits eine entscheidende Rolle spielt.

 

 

LEAVE A RESPONSE

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere