Allgemein Offseason 2018 Season 2018

Beobachtungen aus dem ersten Preseason-Spiel

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hatten die Packers ihr erstes Saisonspiel. Zwar zählt ein Preseason-Spiel nichts und hat auch keine großen Auswirkungen auf die Startaufstellung für das erste „richtige“ Saisonspiel, die „exhibition games“ sind aber vor allem für die Spieler an der Grenze zum 53-Mann Roster wichtige Gradmesser und für die Coaches erlauben sie gute Beobachtungsmöglichkeiten in einer echten Testumgebung, um von den Spielern mal etwas anderes als die Trainings-Reps zu sehen.

Ergebnis: 31:17 für Green Bay

Was können wir also Zählbares aus dem Spiel mitnehmen?

Offense

Fangen wir mit der Offense an: Als Quarterback zeigte Brett Hundley gute Spielzüge, warf den Ball sicher zu seinen Receivern und hatte eine Interception, für die allerdings ausschließlich sein Right Tackle Byron Bell (der seltsamerweise vor Jason Spriggs startete) etwas konnte. Hundley war brachte von 14 Versuchen 9 an den Mann, warf dabei für 108 Yards und jeweils einen Touchdown und Interception mit einem QB Rating von 81.8. Mit seiner Leistung auf dem Platz konnte er zwar nicht besonders beeindrucken, seinen Abstand zum anderen vielversprechenden Quarterback aber vergrößern.

Deshone Kizer hatte einen gemischten Tag. Er hatte mit seiner Ungeduld und einer schwächer werdenden Offensive Line zu kämpfen und rannte immer häufiger aus der Pocket, als es noch nicht unbedingt nötig war. Sein Scramblen ähnelte dem von Hundley während der letzten Regular Season. Im Gegensatz zu dem Quarterback nach ihm (Tim Boyle), der stoisch und seelenruhig stehen blieb und eine „Bombe“ nach der anderen ablieferte – in dem Bewusstsein, dass er gleich abgeräumt wird – rannte er zeitweise vogelwild durch die Gegend (3 Versuche für 18 Yards, wobei er darüber hinaus oft den Ball wegwerfen musste).

Tim Boyle, der bisher im Camp zwar teilweise positiv in Erscheinung getreten war, konnte in seinem ersten NFL Spiel alle von sich überzeugen. Ob daraus allerdings ein Training Camp Auftritt wie der von Taysom Hill letztes Jahr wird, der zum Bedauern vieler Packers-Fans entlassen und von den Saints ins 53-Mann Roster aufgenommen wurde, muss sich in den kommenden Spielen und verbleibenden Trainings Camp Auftritten noch zeigen. Bei 15 Versuchen brachte er 7 davon an den Mann, warf für 130 Yards und zwei Touchdowns (keine Interception) und brachte es damit auf ein überragendes Quarterback Rating von 116.7. Nochmal: Die „sample size“ ist sehr klein, aber das wenige, was man gesehen hat, lässt auf mehr hoffen.

Im Laufspiel lief hingegen traditionell wenig zusammen. Bei 32 Laufversuchen (davon 7 durch Quarterbacks) kamen die Packers nur auf 89 Yards, durch Running Backs bei 25 Versuchen auf 69 Yards. Dass da keine großen Erkenntnisse möglich sind, versteht sich von selbst.

In der Offensive Line starteten (v.l.n.r.): Kyle Murphy, Lucas Patrick, Corey Linsley (Starter), Justin McCray (Starter), Byron Bell. Warum Bell startete, ist nicht so ganz klar und blieb vor allem nach seiner Performance unklar. Im ersten Spielzug hatte Hundley Glück, dass er von Bells Gegner nicht gleich in den Boden gerammt wurde und auch danach blieb seine Leistung unterirdisch und er wurde bald vom „eigentlichen“ Vertreter von Bryan Bulaga, Jason Spriggs, ersetzt. Der machte wie die restliche O-Line im Pass Blocking ein gutes und im Run Blocking ein mittelgutes Spiel.

Bei den Wide Receivern konnte vor allem Marquez Valdes-Scantling („MVS“) überzeugen: Mit 5/7 Receptions und 101 Yards (1 TD), wird er im Depth Chart sicher den ein oder anderen Platz nach oben rutschen. Davante Adams zeigte wie immer eine ausgezeichnete Leistung, war nur kurz auf dem Platz und fing 2/2 für 57 Yards. Vor allem ein beeindruckender Catch für 48 Yards wird in Erinnerung bleiben. „Unser“ Receiver EQ fing 4/6 für 61 Yards und zementierte damit zwar seinen Anspruch auf einen Roster Platz, aber viel nach vorne wird er damit nicht bewirken. Insgesamt wohl eine gute Leistung. Ob das reicht, bleibt abzuwarten, insbesondere weil der Star des Training Camps, Jake Kumerow, mal wieder von sich reden machte mit einer gute Performance und 3/7 Catches für 76 Yards und einen Touchdown.

Bei den Tight Ends fing kein einziger der drei nominell ersten Tight Ends, die alle im Roster landen werden, auch nur einen Pass (Graham, Lewis, Kendricks).

Defense

Die Defensive Line war mit Dean Lowry, Kenny Clark und Montravius Adams mit immerhin einem Starter besetzt. Adams konnte zwei Tackles verbuchen und die D-Line machte insgesamt keinen schlechten Job, konnte aber ohne Mike Daniels und Mo Wilkerson noch nicht endgültig beweisen, wozu sie fähig ist.

Spannender war der Wettbewerb bei den Linebackern: Es starteten Reggie Gilbert und Kyler Fackrell auf außen und Oren Burks und Blake Martinez auf den inneren Positionen.  Burks und Martinez dürften bei weiterhin guten Leistungen im Training Camp und in den Preseason Spielen das Duo der inneren Linebacker für die Saison bilden (nach der Verletzung von Jake Ryan, der die ganze Saison ausfällt). Hier konnte Oren Burks überzeugen, der auch in der Defense die meisten Snaps spielen durfte – logisch, wenn er jetzt als Starter auf die NFL vorbereitet werden muss – und nutzte das gleich für die meisten Tackles, nämlich 5 alleinige und ein geteilter. Auf den außen konnte Reggie Gilbert seinen Anspruch auf einen wichtigen Rotations-Platz behaupten, er zeigte eine starke Leistung und konnte neben seinen zwei Tackles auch einen Quarterback-Hit verbuchen. Wenn Gilbert so weiter spielt, führt an ihm nichts als dritten Linebacker hinter Matthews und Perry vorbei. Für einen anderen wird es hingegen ganz schwer: Vince Biegel zeigte keine starke Leistung und muss jetzt wirklich kämpfen, um nicht ganz abgeschrieben zu werden. Ihm macht laut Packers beat writer Michael Cohen vor allem seine (geringe) Größe zu schaffen, durch die er nicht genug Physis auf den Platz bringen kann, um wirklich viel bewirken zu können.

Bei den Defensive Backs begannen außen die Cornerbacks Josh Jackson und Davon House und innen als Safeties Kentrell Brice und HaHa Clinton-Dix. Meiner Meinung nach konnte hier vor allem Brice überzeugen, der mehrfach Anweisungen an seine Teamkameraden gab und diese mit Instruktionen versorgte. Den Überblick, der als Safety so wichtig ist, scheint er zumindest schon einmal zu haben. HaHa Clintox-Dix machte keine großen Fehler und verbuchte 3 Tackles auf der Haben-Seite – sein Startplatz ist sowieso sicher. Bei ihm musste man aber anders als letzte Saison keine Angst haben, dass er plötzlich keine Lust mehr auf Footballspielen hat. Ein anderer hatte dafür einen rabenschwarzen Tag: Quinten Rollins ließ beim dritten Spielzug in einem Mann-gegen-Mann Duell sich derart einfach übertölpeln, dass aus einem harmlosen Pass ein 38 Yard Gewinn für die Titans wurde. Sein nächster Auftritt fand in den Special Teams statt: Einen Punt Return fumblete er an der eigenen 38 Yard Linie und konnte sich zwar 11 Yards weiter hinten (GB 27) wieder auf ihn werfen – der Schaden war aber schon geschehen. Danach wurde wieder „MVS“ als Returner eingesetzt…

In den Special Teams zeigte Punter JK Scott wie schon bei der Family Night eine mittelmäßige und vor allem inkonsistente Partie: Ein Punt für 31 Yards circa an die 20 und ein sehr guter über 52 Yards innerhalb der 20.

Am meisten auf dem Feld standen in der Offense Guard Adam Pankey (70 Snaps; 75%) und in der Defense Oren Burks (41 Snaps; 63%).

 

 

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